Sonntag, 1. November 2009

The Vamps are back in town!

Der Kommissar beugte sich über das Mädchen. Sie lag einfach so da, mitten auf dem Asphalt der düsteren Bahnhofsstraße, bleich wie Kreide. Schön war sie, auf ihre Art. Sicherlich kein Model, aber schön war sie trotzdem, mit zwei kleinen Makeln: Erstens, sie hatte zwei kleine Löcher im Hals. Zweitens, sie war tot, ermordet, auf die gleiche Art und Weise, auf die schon drei andere junge Frauen diese Woche ihr Leben verloren hatten. Wenn er es auch bei den ersten Fällen nicht wahrhaben wollte, jetzt konnte er das Offensichtliche nicht länger abstreiten. Im gelblichen Schein der Straßenlaterne stand er da und seufzte laut, bevor er seinen Überlegungen einen Namen gab: Vampir.

Sie sind zurück. Doch sie haben sich verändert. Ein Vampir, das klingt nach einem Blutsauger mit Cape, der sich wahlweise in eine Fledermaus oder sogar in einen Wolf verwandeln kann. Es klingt nach einem mächtigen magischen Wesen, das tagsüber in seinem Sarg tief im Schloß im düsteren Transsilvanien schläft und nachts die ansässigen Bauern terrorisiert, bis die es schließlich mit Mistgabeln und Fackeln jagen.
Doch Vampire haben sich verändert. Kein Cape mehr, keine Fledermäuse, das wird Batman überlassen. Magie ist auch nicht mehr im Spiel, höchstens körperliche Stärke. Auch sind Särge nicht mehr sehr angesagt, ebenso wie Schlösser in Transsilvanien. Der Vampir von heute lebt im sonnigen Kalifornien, in New York oder einer anderen schönen Gegend in den USA und schläft, tja irgendwie gar nicht oder wenn doch ganz normal in einem Bett.
Kurzum: Vampire sind menschlicher geworden. Und genau darin liegt ihre heutige Stärke: Vampire sind nicht mehr ohne weiteres als solche zu erkennen. Ihre ehemals markanten raubtierartigen Zähne haben sich zurückentwickelt, so dass sie weniger auffallen. Auch ihre weiße Haut ist in einer Zeit, in der immer mehr Menschen ihr Leben in abgedunkelten Räumen vor PCs verbringen und Kinder stundenlang in Kellern vor Konsolen kauern, kein nützliches Erkennungszeichen mehr. Sie sind zahlreich, überall, aber doch nicht zu sehn. Sie gehen zur Schule, haben normale Berufe und Familie.
Das schlimmste ist aber: Sie sind auf Grund ihrer guten Medienpräsenz beliebt bei Menschen, vor allem beim weiblichen Geschlecht. Frauen scheinen die einzigen zu sein, die einen Unterschied zwischen kreidebleichen Vampiren und Computer-Nerds erkennen können. Dafür sind sie dann aber auch so blöd auf die Blutsauger reinzufallen. Sie lassen sich etwas von Liebe und von Sehnsucht vorgaukeln, glauben an das Gute in ihnen und verlieben sich in sie.
Doch "Du bist am Ende, was du bist" und ein Vampir ist nunmal ein Mörder und kein Mensch. Er lebt vom Tod der Menschen, muss töten um zu überleben und bluten lassen um zu genesen. Um dies zu erreichen ist dem gemeinen Vampir jedes Mittel recht, schließlich hat er seit seinem eigenen Tod keine Seele mehr und kennt somit auch keine Reue. Er handelt nicht nach ethischen Grundsätzen, sondern nach instinktiven Trieben, wie ein Tier, dass frisst oder gefressen wird.
Ein Tier, dass aussieht wie ein Mensch, das ist der neue Dracula. Wozu braucht er auch Magie oder Mythos, wenn seine Opfer ihm auch so um den Hals fallen? Wozu braucht er große Eckzähne, wenn er gar nicht mehr jagen muss, sondern seine Beute zu ihm kommt?

Stöhnend ließ sich der Kommissar auf seinen Schreibtischstuhl fallen. Die Gedanken, die er sich unterwegs gemacht hatte, rumorten immer noch in seinem Schädel. Was sollte er nur machen, gegen diesen übermächtigen Feind? Er ging im Kopf nochmal die von Bram Stoker beschriebenen Mittel gegen einen Vampir durch, irgendwie müsse man doch der Lage wieder Herr werden können.
  • Holzpflock: Klassisch und endgültig. Der Holzpflock wird dem Verdächtigten durch Herz gerammt und wenn er ein Vampir ist, stirbt er daran. Problem: Wenn es doch nur ein Mensch ist, stirbt er auch.
  • Kopf abhacken: Ebenso klassisch und endgültig, aber gleiches Problem.
  • Weihwasser: Auch ein probates Mittel, der Verdächtige wird mit Weihwasser beträufelt, wenn sein Körper danach Brandblasen aufzeigt, ist er entweder Vampir oder Besessener. Problem: Wer hat schon noch Weihwasser zu Hause? Wer ist überhaupt noch in der Kirche oder glaubt an Gott? Anmerkung: Buddha bietet keine Waffen gegen Vampire.
  • Kruzifix/Kreuz: Gleiche Wirkungsweise wie Weihwasser und gleiches Problem.
  • Knoblauch: Vampire hassen den Geruch von Knoblauch, aber wer tut das nicht? Problem: Knoblauch kennen die meisten Menschen nur noch aus Erzählungen, da ihr Essen aus McDonalds, BurgerKing oder Tiefkühlpizza besteht.
  • Sonnenlicht: Was hat mehr Style als alle Vampire, mit denen man nachts gekämpft hat bei Sonnenaufgang zu Staub verfallen zu sehn? Problem: Die Sonne scheint nur tagsüber, d.h. man ist im Schnitt 12 Stunden pro Tag ungeschützt.
Bei diesem Gedanken hielt der Kommissar Inne. Auch wenn keines der Mittel perfekt für eine großflächige Ausrottung von Vampiren geeignet war, schien doch das Sonnenlicht am meisten Potenzial zu haben. Man müsse lediglich alle Leute dazu animieren, ihre Kinder, Ehepartner oder Freunde, die zombieartiges Verhalten oder Blässe vorweisen und tagsüber im Dunkeln hocken, mal kurz für ein, zwei Minuten aus dem Haus ins Tageslicht zu scheuchen. Wenn sie nicht freiwillig gehen wollen, kann man sie sicher leicht dazu bringen, indem man ihnen ein Messer an den Hals hält und ihnen droht den Kopf abzuschneiden. Das sollte bei Kellerkindern und bei Vampiren funktionieren. Desweiteren sollte an die kellernde Bevölkerung folgende Mitteilung gerichtet werden, am besten per Email, über einen Blog oder per Twitter :
"Für alle Stubenhocker da draußen: Wenn ihr nicht sonderlich heiß drauf seid von euren Freunden oder Eltern gepfählt oder geköpft zu werden, ist es vielleicht ratsam mal in der Öffentlichkeit das Haus für ein paar Minuten zu verlassen und ins Sonnenlicht zu treten. Danach kann euch keiner mehr für einen Untoten halten."

Mittwoch, 26. August 2009

Früher war alles besser, oder?!

Mein Opa Frank-Walter hatte einen alten "Opel Anachronismo" in aschgrau. Es war das schäbigste und älteste Auto, in dem ich jemals sitzen durfte. Aber mein Opa liebte ihn und war der festen Überzeugung er wäre viel besser als alle neueren Autos. Ich habe bestimmt tausend mal versucht ihn davon zu überzeugen, dass ein neues Auto viel leistungsstärker und energiesparender wäre, aber er ließ sich nicht umstimmen.
Eines Tages, mitten auf der Landstraße, gab der Opel in einem lauten Krachen unter dicken Rauchschwaden den Geist auf. Ich weiß noch genau, wie wir ihn mit unserm Auto abschleppen mussten. Ein Wunder, dass er das noch ausgehalten hatte. Der KFZ-Mensch seines Vertrauens attestierte ihm wie erwartet, den wirtschaftlichen Totalschaden des Fahrzeugs.
Insgeheim freute ich mich. Nicht nur, weil mein Opa sich jetzt nicht mehr mit der alten Schrottlaube rumschlagen musste, sondern auch weil ich hoffte in seinem neuen Auto mal fahren zu dürfen. Ich wartete sehnsüchtig aufs neue Auto. Ich wartete und wartete ...
Eines Tages schau ich zum Fenster raus und da steht der aschgraue Anachronismo wieder, mein Opa nebendran, vor Stolz strahlend. Er hatte ihn reparieren lassen und das für das Schnäppchen von geschätzten 2 Neuwagen selber Größe.
Ich war traurig und enttäuscht. Natürlich hätte ein neues Auto beinhalten können, dass es ihm am Ende nicht gefallen hätte. Trotzdem hätte er zumindest mal einen Test riskieren können.
Es war frustrierend. Nicht nur wegen dem offensichtlichen Misstrauen meines Großvaters jeglichen neuen Produkte gegenüber, sondern auch der damit verknüpften Missachtung von Leistungen junger Ingenieure, junger Menschen überhaupt. Schließlich sprach er damit den ihm nachfolgenden Generationen die Fähigkeit ab, vernünftige Autos zu bauen. Er leugnete die Fähigkeiten dieser Generation, meiner Generation und somit auch meine Fähigkeiten.
Und fördern wollte er sie erst recht nicht! Nicht die Entwicklung neuer Technologien z.B. in der Autobranche und nicht die Fortbildung der Jugend. Wozu sollte sie sich denn fortbilden oder weiterentwickeln, wenn das Optimum in allen Bereichen sowieso anno 1960 erreicht war? Wozu sollte sie denn klimaschonende Automobile bauen, wenn Frank-Walter lieber in einer 60er Jahre Drecksschleuder fährt? Ein Fortschritt ist einfach nicht gewollt und bleibt deshalb auch auf Kosten der Erhaltung des Altbewährten auf der Strecke.

Wenn die Alten die Jungen nicht fördern wollen, weil sie deren Können bezweifeln, werden sie am Ende Recht behalten, denn ohne die Förderung werden die Jungen nichts erreichen und ihr Können nicht entfalten.

Wenn mehr alte Frank-Walters auf neue Autos ...
- oder gar auf eine neue, moderne Autoproduktion setzen würden, könnten wesentlich bessere Autos produziert werden.
- setzen würden, könnte sich die Standards in der Automobilbranche wesenlich schneller verbessern.
- und innovative moderne Methoden allgemein setzen würden, könnte Technik, vor allem auch klimaschonende, in allen Bereichen optimiert werden.
- und damit auf Jugend setzen würden, könnten die jungen Generationen endlich die Rückendeckung und das Vertrauen bekommen, das sie brauchen um eine nachhaltig gesunde Wirtschaft zu schaffen.

Neue Autos rollen besser. Alte Männer fürchten den Wandel. Jugend braucht Unterstützung. Mein Opa ist doof.
Erkenntnisse über Erkentnisse ....

Dienstag, 4. August 2009

Finanzhaie in Sicht!

Weit draußen, tief im kapitalistischen Ozean, da leben die Finanzhaie. Als hungrige Bestien sind sie bekannt, allesverschlingende Monster mit unstillbarem Hunger. Obwohl die meisten von ihnen einfache Fische fressen, gibt es einige, die auf den Geschmack von etwas anderem gekommen sind, etwas, das im Meer nicht zu finden ist: Sie fressen bevorzugt Schweine. Allerdings sind diese das Eigentum einfacher Bürger, die an den verschiedenen Küsten des Kontinents angesiedelt sind. Die Bürger sind auf ihre Haustiere angewiesen, sie sind ihr einziges Hab und Gut, ihr Verlust würde ihren wirtschaftlichen Ruin bedeuten.
Die Haie denken daran nicht, sie denken überhaupt nur egoistisch bis gar nicht, aber dumm sind sie trotzdem nicht. Sie wissen, was sie wollen und wie sie es kriegen können. Sie springen ganz einfach auf den Strand, um eins der Tiere zu reißen und danach wieder ins Meer zu rutschen. Aber die Finanzhaie wissen auch, um das Risiko dieser Aktionen, denn manchmal schaffen sie es nicht zurück ins Meer und liegen verendet auf Grund. Ihr Schicksal wird nun davon entschieden, auf welcher Küste sie gelandet sind, denn es gibt unterschiedliche Küsten auf dem Kontinent Deutschland.

Eine davon ist die Küste der SPD-regierten Pseudal-Sozio-Politik. Die Herrscher dieser Küste behaupten, dass sie gegen Finanzhaie vorgehen und ihre Bürgern vor deren Angriffen beschützen würden. Aber machen sie das wirklich? Wenn ein Finanzhai sich wieder einmal verspekuliert hat, jetzt auf ihrer Küste liegt und zu verenden droht, dann schieben sie ihn mit Hilfe von Greepeace zurück ins Wasser und flüstern ihm ins Ohr, er soll doch das nächste Mal lieber die sicheren Fischen im Meer fressen. Nun sind Finanzhaie nicht dumm. Sie sehen das und denken sich: „Wenn ich das Risiko eingehe auf diese Küste zu springen, um ein Schwein zu fressen, ist das eigentlich gar kein Risiko mehr. Zumindest nicht für mich, denn wenn ich es nicht zurück ins Meer schaffen sollte, rettet mich die SPD. Warum sollte ich also noch die Fische im Meer fressen? Von denen werde ich nur langsam fett, Schweine sind da viel besser.“ Und so wird diese Küste von immer mehr und immer agressiveren Finanzhaien heimgesucht

Eine andere Küste ist die „Coast of Freedom“, die Freiheitsküste, geprägt von liberalen, freien Bürgern. Die beiden Küsten mögen sich nicht sonderlich, so behauptet z.B. ironischerweise grade die SPD-Küste, dass die Liberalen die Finanzhaie fördern würden. Aber was passiert nun wirklich mit den Raubfischen, die auf der Coast of Freedom landen und nicht mehr wegkommen? Ganz einfach, man flüstert ihnen ins Ohr „Selbst Schuld“, lacht kurz und lässt sie verenden. So überlegen sich die Haie in Zukunft zweimal, ob sie solche riskanten Geschäfte wirklich eingehen wollen und die Freiheitsküste wird auf Dauer von weniger Finanzhaien heimgesucht.

Ich, für meinen Teil, lebe lieber an der Küste mit weniger Haien.
Ich lebe lieber liberal.

Wie gut, dass Kinderpornos böse sind

So, nachdem ich jetzt 2 Wochen in dem zensurtechnisch fortschrittlichsten Land der Welt (China) verbracht habe, ist mir klar geworden, dass es dringend Zeit wird, einen von mir seit langem geplanten Post endlich zu schreiben und hoffentlich auch zu veröffentlichen. Wie immer bin ich nicht ganz aktuell mit dem Thema, denn eigentlich liegt der Gesetzbeschluss über den ich heute schreiben will, schon einige Wochen zurück.
Ich habe, mal ganz nebenbei, meine Gründe dafür, dass ich eigentlich nie aktuell poste: Es ist mir wichtig, nicht überhastet und aktionistisch irgendwas zu schreiben. Stattdessen versuche ich mir vor jedem Post eine grundierte Meinung anzueignen, die ich auch vor dem Posten immer nochmal prüfe und gründlich überdenke. Aber jetzt zurück zum Thema.
Das Gesetz von dem ich spreche ist, vielleicht habt ihr euch das ja schon gedacht, das „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen“, also hauptsächlich im Internet. Dieses Gesetz sieht vor, dass wenn in Zukunft jemand eine Seite anklicken will, die kinderpornographisches Material enthält, dieser Zugriff durch ein überdimensionales Stop(p)schild versperrt wird. Im Grunde genommen ist diese Seite also zensiert. Prinzipiell klingt das nicht schlecht, schließlich gehts hier ja um Kinderpornos! Ein zugegeben geschickter Schachzug, denn so wird es wesentlich schwerer öffentlich etwas dagegen zu sagen. Niemand geht für Kinderpornographie auf die Straße und jedem der gegen Zensur und damit für die Freiheitsrechte demonstrieren will, kann man ganz pauschal Pädophilie vorwerfen.
Jetzt kann man natürlich über den Grundsatz „Der Zweck heiligt die Mittel“ diskutieren. Meiner Meinung nach ist er nicht oder zumindest in den wenigsten Fällen vertretbar. Ich hätte es z.B. nicht sehr angebracht gefunden, wenn die Amerikaner Deutschland im 2. Weltkrieg atomar verbombt hätten, obwohl es durchaus die richtige Entscheidung war Hitler zu stürzen. Genauso ist es auch mit diesem Gesetz. Prinzipiell ist es natürlich richtig gegen die Misshandlung von Kindern vorzugehen, aber das sollte nicht durch Zensur des Internets geschehen. Und selbst wenn man der Meinung ist, dass in diesem Fall der Zweck die Mittel heiligt, liefert dieser konkrete Fall noch einige weitere Gründe, warum die Methoden der Bundesregierung hier nicht vertretbar sind.
Einer davon wäre z.B., dass die ausschließliche Zensur dieser Seiten nicht dafür sorgt, dass weniger Kinder misshandelt werden. Einen Pädophilen stört es nicht wesentlich, wenn er seine Taten nicht mehr uneingeschränkt über das Netz verbreiten kann, er wird trotzdem weiterhin Kinder vergewaltigen. Deshalb sollte man eher gegen ihn, gegen den Drahtzieher, den Aktiven vorgehen, anstatt die kleinen, passiven Fische zu fangen. Diese sind zwar auch schuldig, man kann sie aber auf Grund ihrer Quantität nicht dauerhaft unter Kontrolle halten.
Ein weiteres Problem ist, dass Verbote oft nur dafür sorgen, dass eben das Verbotene einen neuen Reiz bekommt. So könnte sich die Zahl der Täter sogar noch vergrößern. Die Bundesregierung behauptet zwar, dass es aus den Ländern die diese Internetsperre schon eingeführt haben, eindeutige positive Ergebnisse gäbe, allerdings gibt es genauso viele Studien, die das Gegenteil behaupten. Außerdem können sich Pädophile, wenn sie auf Websites kein Verbreitungsmedium mehr finden, ganz einfach eine andere Ebene suchen, auf der sie ihren perversen Phantasien frönen können.
Notfalls verschicken sie die Pornos halt per Email oder per normaler Post. Und was dann?
Wird dann die Bundesregierung in Zukunft Emails und Briefe kontrollieren? Im Sinne der Kinderpornographie-Bekämpfung? Die sich hier aufdrängende Frage lautet doch: Wo liegen da die Grenzen? Was darf denn alles zensiert werden? Websites? Blogs? Emails? SMS? Briefe? Bücher? Das ist das entscheidende Problem des „War on child pornography“, den Ursula von der Leyen ausgerufen hat, denn die Grenzen hierfür sind sehr locker gesteckt.
Die Zensur könnte sich auf alles ausweiten und zwar nicht nur auf alle Medien, sondern eventuell auch auf andere Themengebiete. Mit Kinderpornographie fängt es an, aber damit ist nur der Grundstein gelegt für viele Weitere, die Opfer der Zensur werden könnten. Die Sprache ist schon jetzt von Erweiterungen der Zensur, z.B. vom Sperren rechtsradikaler Seiten usw.. Nicht, dass ich diese verteidigen will, aber das entscheidende ist, dass sich die Zensur ausweitet. Ohne Grenzen. Wer garantiert mir, dass nicht in ein paar Jahrzenten alle politisch kritischen Seiten ebenso zensiert sind? Niemand, außer die Tatsache, dass Deutschland ein „Rechtsstaat“ ist. Aber jetzt kommt der Knaller. Dieser Rechtsstaat wird ganz einfach ausgehebelt: Die Seiten, die gesperrt werden, sind nicht gerichtlich verurteilt. Somit befindet sich ihre Sperre außerhalb des deutschen Rechtssystems. Die Notwendigkeit einer Verurteilung wird ganz einfach umgangen, indem das BKA selbst entscheidet, welche Seiten kinderpornographischen Inhalt haben und diese dann auch eigenhändig sperrt.
(Hier ein kurzer Einschub aus dem Politikunterricht 7. Klasse: Gewaltenteilung. Die Gewalten Judikative, Exekutive und Legislative müssen getrennt sein.)
In diesem Fall übernimmt das BKA aber sowohl die Judikative als auch die Exekutive, ist somit also Richter und Henker in einer Person! Dies ist eigentlich nicht vereinbar mit dem Grundgesetz.
Somit kann das BKA einfach Seiten sperren ohne sich gerichtlich dafür verantworten zu müssen. Sie könnten also einfach diesen Blog hier sperren und dann behaupten, ich hätte versucht über ihn kinderpornographisches Material zu verbreiten. Das Beste daran ist, dass ich, nachdem mein Blog gesperrt ist, ja auch nichtmehr meine Unschuld beweisen kann. Denn sobald das Bundeskriminalamt darauf zugegriffen hat, können sie ihn auch so verändern, wie es ihnen als praktisch erscheint. Dieser Zugriff darf deshalb erst nach einer Gerichtsverhandlung erfolgen. Andererseits wird dem Staat hier einfach zuviel Macht gegeben, indem man ihm die Möglichkeit gibt, per Zensur über das einfache Volk zu verfügen, wie er will.

Vergleichbar damit wäre es, einem Fremden eine Pistole in die Hand zu drücken, ihn aber darauf hinzuweisen bitte nur auf die Bösen zu schießen. Wer garantiert mir, dass er nicht auf mich schießt und was soll ich machen, wenn er es doch tut?
Sobald er die Pistole hat, kann er mich unterdrücken und genauso kann mich der Staat unterdrücken, wenn ich ihm die Zensur erlaube. Zwar kann es auch sein, dass der Fremde nicht auf mich schießt und es kann auch sein, dass der Staat nicht für politische Zwecke Seiten sperrt, aber trotzdem schlafe ich besser, wenn die Pistole unter meinem Kopfkissen liegt.

Dienstag, 14. Juli 2009

Survival of the Fittest?

Neulich hab ich mich ins Auto gesetzt, um grad mal ganz gediegen in den Elektronik-Fachmarkt meines Vertrauens in der nächstgelegen Kleinstadt zu fahren. Klingt das nicht nach einem entspannten kleinen Nachmittagsausflug, mit kurzen Stadtbummel und einem leckeren Eisbecher beim Lieblingsitaliener? Im Prinzip schon, im Endeffekt wars dann aber doch wieder ein verwirrend komischer Tag, an dessen Ende ich mir wieder einmal hochkomplizierte Gedanken über die Entwicklung der Menschen gemacht habe. Und Ihr habt die besondere Ehre zu erfahren, wie es dazu gekommen ist.
Ich fahr also grad mit meinem Super-Dampfer über die Landstraße, da gehts los: Unglaublicherweise hatte ich alle 3 Sorten von Bremsern vor mir.
Zuerst der Klassiker: LKW. Natürlich mit schönem Spruch hinten drauf, „Meiner ist 12m lang“. Schön für dich, dafür noch nie ne Garage von innen gesehn.
Als zweites durfte ich den typischen 70er genießen. Fragt mich nicht, wie diese Leute dazu kommen, aber es gibt Menschen, die immer überall 70 fahren. Weiß nicht, was in denen abgeht, ob die nicht wissen, was die jeweilige Beschränkung ist oder ob sie einfach nur schaltfaul sind. Vielleicht haben sie auch einfach dauerhaft den Tempomat an. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich wiedermal so einen vor mir hatte. Außerorts getuckert wie ein Moped und innerorts den Turbo ausgepackt.
Dann natürlich noch der dritte Typ. Fährt Porsche oder Z4, alternativ auch einen neumodischen City-Offroad-Geländewagen à la Quasquai oder X6 / Q6. Auf jeden Fall hat er geschätzte 200 PS unter sich, jedoch keine Ahnung was er damit anfangen soll. Er kompensiert sein Unwissen durch Übervorsichtigkeit, verknüpft mit auffällig langsamer Fahrweise in- wie außerorts. Vor allem bei den Geländeschlitten werden dabei die oft verdunkelten Heckscheiben und das klotzige Hinterteil gefährlich, weil man als Hintendran-fahrender keine Ahnung hat, was vor einem auf der Straße passiert, sondern nur darauf schauen kann, was der Arsch des Voranfahrenden 5m vor einem macht.
Auf jeden Fall bin ich irgendwann nach geschätzten 5 Stunden Fahrzeit doch noch in der Innenstadt angekommen. Aber wer denkt, dass man in der Innenstadt nicht mehr auf Fahridioten trifft, der ist weit gefehlt. Erstaunlicherweise lauern die dümmsten und gefährlichsten Autofahrer in der Innenstadt und dort vor allem beim Parkplatz suchen. Ich weiß nicht, was an diesem sonnigen Nachmittag los war, aber irgendwie war die Stadt überflutet mit parkplatzsuchenden Sonntagsfahrern, die alle auch noch die geniale Idee hatten mir entweder die Parkplätze zu klauen oder so vor oder hinter mir zu halten, dass ich nicht einparken konnte. Als ich also wiedermal irgendwo in meinem Auto festsaß, weil vor mir einer auf einen frei werdenden Parkplatz lauerte und hinter mir schon ein nächstes Auto stand, fing ich langsam an mir Gedanken zu machen. Gedanken über meine jetzige Situation, über die Menschen um mich herum.
Gedanken darüber, warum eigentlich so viele Menschen so dumm sind. Wie kann das kommen? Eigentlich müssten Menschen dem Darwin’schen Gesetz gehorchen und sich so immer weiter entwickeln und somit immer intelligenter werden, oder? Denn wer intelligent ist, ist besser angepasst und müsste deshalb, laut Darwin, überleben. Oder etwa nicht?
So traurig das auch klingt, aber wenn man den Mensch evolutionstheoretisch betrachtet, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass er eine Rückentwicklung oder zumindest eine Sackgasse in der Evolution darstellt. Schon aus dem Film „Idiocracy“ konnte man lernen, dass sich Dummheit fortpflanzt. Für diejenigen, die den Film leider (noch) nicht gesehen haben, kann ich das mal kurz noch genauer darlegen. Der Film geht von der These aus, dass sich stets die weniger gebildeten Leute fortpflanzen, während die gebildeten wohlerzogenen Menschen im Schnitt nur 1 oder 2 Kinder haben, was nicht zu einer wirklichen Vermehrung langt. Obwohl der Film von einer logischen Überlegung bzw. von realen Statistiken ausgeht, hab ich mir immer eingeredet, dass es nicht wirklich so schlecht um die Menschheit bestellt ist. Zumindest bis neulich. Doch an diesem schönen Nachmittag um 15:32 wurde mir eines klar. Die Evolution ist gescheitert. Zumindest an uns Menschen und deshalb werden wir Menschen auch früher oder später aussterben, da mach ich mir gar keine falschen Illusionen. Die Menschheit hat keine Chance zu überleben, wenn sich Dummheit und Idiotie fortpflanzen. Somit ist der Mensch das Beispiel dafür, dass Darwins Theorie nur eingeschränkt wahr ist.
Aber warum kann man den Darwinismus nicht einfach auf die Menschheit übertragen obwohl er doch eigentlich für alle Lebewesen gilt? Um darauf die Antwort zu finden, muss man sich fragen, was den Mensch denn von den anderen Lebewesen, sprich Tieren unterscheidet. Obwohl Wissenschaftler bei dieser Frage eher wenige wirklich brauchbare Antworten liefern, bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass der Unterschied zwischen Menschen und Tieren im sozialen Miteinander liegen. Zwar haben Tiere auch oft soziale Verhältnisse untereinander, allerdings haben die sehr klare Grenzen, die durch Instinkte definiert werden. So sind sie z.B. beim Fressen und der Fortpflanzung Egoisten, weshalb man ganz salopp sagen kann: Tiere sind assozial. Menschen hingegen sind im Prinzip soziale Wesen. Zwar treten bei ihnen auch ab und an, vor allem in Extremsituationen, die Triebe in den Vordergrund, aber eine ständige Konkurrenz um Nahrung und Fortpflanzung kennen sie nicht. Allerdings wäre genau diese Konkurrenz für einen funktionierenden Darwinismus überaus wichtig. Durch die soziale Ader der Menschheit kommt es nun aber dazu, dass nicht nur die starken/besseren Menschen überleben, sondern auch die Krüppel und körperlich schlecht Angepassten, wodurch die Weiterentwicklung der Menschheit stark gebremst wird. So kommt es auch zu der Fortpflanzung der Dummheit. Wären die Menschen assozialer und konkurrierender untereinander, dann würden die Intelligenten die Dummen bezwingen, um sich selbst fortzupflanzen und damit das fortschrittlichere/schlauere Erbgut weiterzugeben.
Ein weiterer ungesunder Auswuchs der Menschheit ist die Monogamie. Uns scheint sie der normale, fortschrittlichste Weg der Fortpflanzung, dabei ist sie evolutionstechnisch ein Rückschritt. Während sich bei Polygamie nur die stärksten/besten Männchen fortpflanzen können, bekommt bei der Monogamie jeder noch so ungeeignete Samenträger die Chance Kinder zu zeugen, die dann womöglich die schlechten Gene erben.
So kommt eins zum andern und wir Menschen kommen Schritt für Schritt unserem eigenen Ende immer näher, aus dem einfachen Grund, dass wir falsch entwickelt sind, dass wir uns selbst falsch entwickelt haben. Unser soziales Auffassungsvermögen redet uns ein, wir wollten, dass alle Menschen gleichberechtigt und friedlich nebeneinander leben können, dabei wird genau das früher oder später zu unserem evolutionären Versagen führen. Dadurch entstehen auch erst Probleme, wie das der Überbevölkerung, denn evolutionstheoretisch gibt es hier gar kein Problem. Wären wir assoziale Darwinisten, würden wir einfach die Natur selektieren lassen und damit leben, dass es einige nicht schaffen. Darwin würde uns lehren, dass die besser Angepassten überleben werden, während die Nahrung für die schlechter Angepassten knapp wird. Traurigerweise würde aber auch das nicht klappen, denn in Wirklichkeit kann es nie dazu kommen, weil vor dem realen Darwinismus zuerst einmal sozialdarwinistische Faktoren greifen. Ein Mensch in Indien kann körperlich und geistig noch so fortschrittlich sein, ein dummer Amerikaner hat trotzdem größere Überlebenschancen, einfach weil er auf der Sonnenseite der Menschheit geboren wurde. Somit wird der Sozialdarwinismus für eine Selektion im Ernstfall sorgen. Dumm ist nur, dass diese Selektion nicht zu einer Weiterentwicklung führt und so die Menschheit in Zukunft immernoch Meilen von einer echten Evolution entfernt ist. Der Sozialdarwinismus bildet lediglich ein auf puren Zufall gebautes Auswahlverfahren und somit einen Schleier dafür, dass wir Menschen doch assozial sind und einige sterben lassen. Ironie, dass gerade der einzige Fall von assozialer Menschheit gegen die Evolution arbeitet. Assozial sind wir in diesem Fall auch nur, weil es sich um eine Extremsituation handelt. Wenn es heißt „Die oder Wir“, setzt der Selbsterhaltungstrieb in voller Stärke ein und unterdrückt die eigentlich soziale Auffassung der Menschheit.

Ob die Menschheit wirklich aussterben wird? Schwer zu sagen, möglich ist es auf jeden Fall und wenn es soweit kommen sollte, kann man sich damit trösten, dass es ein Entwicklungsfehler war und dass die Menschheit auf Dauer einfach nicht lebensfähig war. Was wir aber bei dieser Überlegung nicht vergessen sollten: Wir haben dabei noch einiges selbst mitzureden. Schließlich hängt unser Überleben von unserem Verhalten ab.

Montag, 13. Juli 2009

Now the old King is dead ...

Er ist tot. Mit nur 50 Jahren ist der King of Pop verstorben. Ironischerweise an einem Herzinfarkt, oder zumindest soll es so sein. Zwar kennt keiner die wahren Umstände, doch hat jeder eigene, neue Gerüchte auf Lager. Wahnwitzige Theorien reichen von Selbstmord zu ausgeklügelten Mordkomplotten, in denen wohl niemand aus Jackos Familie oder seinem nährerem Umfeld eine unschuldige Rolle spielt. Trotz der offensichtlichen Paranoia in diesen Theorien, muss man, wenn man mal genauer drüber nachdenkt, den Verschwörungstheoretikern zumindest in einem Punkt recht geben: Sehr viele hätten einen Gewinn aus Michaels Ableben ziehen können. Schließlich hinterlässt er seiner Familie oder seinen Vertrauten oder zumindest irgendwem ein riesiges Vermögen. Dabei wird vor allem seinem Vater zugetraut, dass er aus Geldgier seinen Sohn, zu dem er angeblich nie ein gutes Verhältnis hatte, hat töten lassen. Paradox wirds aber, weil er laut Testament am Erbe gar nicht beteiligt sein soll. Im Dunkeln liegen auch weiterhin die realen Vermögensverhältnisse des Michael Jacksons. Schließlich war er vor seinem Tod hochverschuldet, hat aber andererseits postum mehr verdient als jemals zu Lebzeiten. Dadurch bleibt unklar ob für seine Familie wirklich etwas rausspringen würde.

Wer hätte also wirklich etwas von Michael Jacksons Ableben gehabt? So ironisch das auch klingt, der größte Profiteur ist er selbst. Schließlich verdient er weiterhin haufenweise Geld, mehr denn je, wie vorhin schon angesprochen. Niemand sonst, verdient an seinem Tod soviel. Doch er kann es nicht nutzen, denn er ist ja schließlich tot. Ist er doch oder etwa nicht? Was wäre denn, wenn er noch am Leben wäre. Nennt mich paranoid und spart euch bitte eure schmunzelnden Bemerkungen, Jacko würde zusammen mit Lady Di und Elvis auf einer verlassenen Insel leben. Weder Diana noch Elvis hätten wirklich etwas von ihrem Tod gehabt.

Anders aber beim Abkömmling des Jackson-Klans: Er hätte mit seinem vorgetäuschten Tod zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen können. Zum einen könnte er seine hohe Verschuldung durch seine zusätzlichen Einnahmen endlich abbezahlen und würde wahrscheinlich noch eine Stange Geld übrig haben, um ein ruhiges Leben zu führen. Damit wären wir auch schon beim zweiten Punkt: Er könnte nach alledem endlich ein ruhiges Leben führen. Kritiker mögen jetzt vielleicht sagen, dass das eventuell gar nicht in seinem Sinne war, allerdings wird vor allem aus seiner Single „Leave me alone“ heraus doch schon sehr deutlich, dass er den Medienrummel schon früh in seiner Karriere satt war. Da erscheint es nur allzu verständlicher, dass er sich später, als er schwer krank wurde, er sich ohnehin schon weit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte und sowieso nur noch ungern das Haus verließ, noch viel eher ein ruhiges Leben herbeisehnte. Aber zu diesem Leben wäre er nie mehr gekommen, zumindest nicht, wenn er weiterhin als Michael Jackson die Neverland Ranch bewohnt hätte. Deshalb musste er ein neues Leben anfangen und damit das gelingen konnte, musste er zuerst einmal sterben. Es war, ironischerweise, der menschlichste Schritt, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, denn zumindest in meinen Augen wirkt es mehr als human verständlich wenn man sich gegen Ende des Lebens nach etwas Ruhe sehnt.

Damit sollte das Motiv für diese Tat ausreichend erläutert sein. Desweiteren gibt es eine Hand voll kurioser Umstände zum Tod Michael Jacksons, die einen unglaublichen Nährboden für alle Sorten von Verschwörungstheorien bieten und damit auch meine Theorie des gestellten Todes stützen. Offene Fragen gibt es genug: Warum z.B. war der Hausarzt direkt nach dem Tod verschollen? Warum ist Jacksons Leichnam verschollen? Warum steht noch keine eindeutige Todesursache fest? All diese Fragen lassen sich mit meiner Theorie erklären: Der Hausarzt musste untertauchen, um zu vertuschen, dass Michael noch lebt. Jacksons Leichnam ist verschollen, weil er gar nicht existiert. Wer lebt, hat keinen Leichnam. Aus dem selben Grund gibt es auch noch keine Todesursache, weil Michael Jackson eben doch noch nicht tot ist.

Ob ich wirklich glaube, dass Micheal Jackson noch lebt? Ich hoffe es zumindest und wünsche es ihm auch. Der gemeine Psychologe nennt das Phänomen „Projektion“. Da ich es nicht sicher weiß, hoffe ich mal einfach das Beste für ihn. Ich gönne es ihm einfach, dass er sein Lebensende in Ruhe verbringen kann ohne von Medien und Fans gehetzt zu werden. Auch der exzentrischste, neurotischtste und verrückteste Mensch auf Erden hat in meinen Augen ein Anrecht auf Ruhe, deshalb sage ich nur

Rest in Peace, dead or alive.

Montag, 22. Juni 2009

Bücherverbrennung 2.0

Wo der Staat etwas verbietet, leidet der Bürger! Gesetze schränken uns ein, sie nehmen uns die Freiheit, unterdrücken uns. Sie sind die Daumenschrauben der Politik, ihr bewährtes Mittel um den kleinen Mann ebenso klein zu halten und sich damit selbst als Herrscher zu festigen. Man will nicht, dass die Kleinen stark werden, weil sie dann die Großen stürzen könnten. Deshalb schränkt uns die Politik Jahr für Jahr mit neuen Gesetzen und Steuern in unserer freien Entwicklung ein: Um unseren Willen zu brechen, um uns schwach zu machen und so zu unterdrücken. Wer jetzt denkt, dass das ganze auf unsere selbsterkorene "Bundesrepublik" nicht zu trifft, der irrt sich gewaltig. Diese "Republik", die eigentlich demokratisch sein sollte, bedient sich ebenso übelen und faschistischen Methoden, wie sie alle anderen Diktaturen, insbesondere das Nazi-Regime, auch angewandt haben. Sie glauben das nicht? Dann habe ich hier ein aktuelles Beispiel, das wohl auch den hartgesottensten Freund der "Bundesrepublik" erschüttern dürfte, denn es zeigt ein Ausmaß an offensichtlich sinnloser Einschränkung, das nur durch Unterdrückungsmaßnahmen zu erklären ist.
Der neuste Verbotsgedanke, der durch den Bundestag wandert, beinhaltet die Idee, Computerspiele zu verbieten. Schon allein der Gedanke ist absurd: Computerspiele sind doch nur Spielzeug, Computerspiele tuen niemandem weh und jeder liebt sie. Die Begründung für den ganzen Wahnsinn besteht lediglich aus dem Wort "Killerspiel". Als ob ein Spiel jemanden "killen" würde. Dem Bürger wird damit suggeriert, dass diese Spiele gefährlich seien, nur weil man in ihnen teils wahllos und skrupellos Menschen auf offener Straße abschlachten kann. Aber sie sind nicht gefährlich. Es ist doch eindeutig viel besser, in einem Spiel Menschen zu töten, als in der Realität Menschen anzugreifen und zu töten. Unter diesem Gesichtspunkt kommt man zu dem Schluss, dass sogenannte "Killerspiele" eigentlich die reale Gewalt in Deutschland reduzieren. Wer sich virtuell abreagieren kann, braucht nicht Amok zu laufen. Zwar ist der Aggressionsabbau bei solchen Spielen nicht immer möglich, da oft durch diese dreckigen Cheater oder Noobs der Spielspass vollkommen zerstört wird. Diese verdammten Arschlöcher nehmen oft das Spiel einfach nicht wichtig genug und zerstören es somit für alle, die professionell werden wollen. Aber selbst diese elenden Hurensöhne, die ich am liebsten abknallen würde, wenn sie mir auf offener Straße begegnen, schaffen es nicht, mich derart aggressiv zu machen, dass ich Amok laufen würde.
Dass die paar Amokläufer die es bisher gegeben hat, Gewaltspiele gespielt haben, hat sowieso nichts zu bedeuten. Sie wären sicher auch ohne diese Spiele Amok gelaufen. Und was helfen bei so einem Amoklauf schon das aus den Spielen erworbene Wissen über Waffen, oder die eventuelle Abgestumpftheit gegenüber Brutalität.
Wie man sieht gibt es eigentlich keinen Grund, die "ach so bösen Killerspiele" zu verbieten. Aber sie werden dennoch verboten, oder zumindest mit Altersbeschränkungen versehen, mit der Begründung, dass es für Minderjährige nicht gut wäre, Menschen niederzumetzeln. Aber ganz im Gegenteil: Es fördert ihre sozialen Kontakte, sie lernen etwas über Waffen und derartiges, sie werden schnell an die Härte der Realität rangeführt und haben dabei doch Spaß am spielen, Spaß am töten. Gibts was besseres für Kinder?
Warum also will die Bundesregierung diese Spiele verbieten? Da die Spiele nicht gefährlich sind, wie eben von mir dargelegt, gibt es nur einen logischen Schluss: Man will uns Bürger unterdrücken. Dieses Gesetz ist ein schwerwiegender Fall von Zensur! Man will nicht, dass wir unsere Meinung frei äußern können, weil unsere Meinung der Regierung schaden könnte. Regierungs-kritische Spiele werden einfach verboten. Zustände wie wir sie 1933 schon einmal hatten. Damals wurden Bücher verbrannt, heute werden Spiele verboten. Wer da die Zusammenhänge nicht erkennt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. In Deutschland ist es wiedermal soweit. In einem Land in dem Bücher verbrannt werden, werden am Ende auch Menschen verbrannt. Selbiges Schicksal droht uns heute auch wieder. Wenn ich meine Regierungskritik nicht mehr dadurch ausdrücken kann, dass ich virtuell Menschen niederschlachte, wie soll ich denn dann meine Meinung der Regierung gegenüber äußern?

Dienstag, 16. Juni 2009

Krisen-Gespräch


Die Wirtschaftskrise gibt es nicht.


Was? Die Wirtschaftskrise solls nicht geben? Aber jeder weiß doch, dass es die Wirtschaftskrise gibt. Sie ist doch Schuld daran, dass im Moment einfach alles schlecht ist. Die Konjunktur bricht ein, ebenso der Welthandel und damit die deutschen Exporte, die uns doch unsere Devisen verschaffen. Und alles wegen der Wirtschaftskrise. Wegen ihr werden wir Deutschen doch immer ärmer, wegen ihr müssen wir mehr Steuern zahlen, um die neuen Staatsschulden abzustottern. Sie sorgt dafür, dass immer mehr mittelständige Unternehmen bankrott gehen, dass viele ihren Job verlieren und bald all ihr Hab und Gut verkaufen müssen, dass es bald keinen Quelle-Katalog mehr gibt und keinen Karstadt und fast keinen Opel mehr. Die Wirtschaftskrise gibt es doch! Erst neulich hat mir ein Kollege von dem Bruder seines Freundes erzählt, dessen Cousin fast durch die Wirtschaftskrise arbeitslos geworden wäre. Da sieht man doch, dass sie existiert und vor allem dass sie uns verdammt nah gekommen ist. Sie kann jetzt schon jeden von uns treffen, sogar dich! Wir haben gar keinen Schutz vor ihr. Das einzige, was wir machen können ist, immer mehr zu sparen. Denn wer etwas auf der hohen Kante hat, den kriegt so leicht keine Wirtschaftskrise klein.

Du irrst dich mein Freund! Ich werde die eine Geschichte erzählen, die hoffentlich deine Meinung ändern wird:
Es war einmal in einem sehr weit entfernten Land namens USA eine Bank. Diese Bank lief großartig, denn ihre Manager hatten eine Methode entwickelt, wie sie auf dem Papier Riesengewinne machen konnten. Eines Tages ging ein Bauernjunge in diese Bank und sagte: "Ich würde gerne mein eigenes Haus bauen, aber ich hab' kein Geld." Die Bank erwiderte ihm: "Lass uns einen Pakt schließen: Ich gebe dir jetzt 100 Goldstücke. Das dürfte reichen, um ein Haus zu bauen. Im Gegenzug gibst du mir in fünf Jahren 200 Goldstücke zurück, oder deinen Erstgeborenen." Der Bauer freute sich über dieses Geschäft, denn er konnte damit sein Haus bauen. Die Bank freute sich ebenfalls über dieses Geschäft, denn sie konnte sich aufschreiben, dass sie 100 Goldstücke verdient.
Als nun die fünf Jahre verstrichen waren, ging die Bank zu dem Bauern hin und forderte von ihm: "Gib uns die 200 Goldstücke oder deinen Erstgeborenen!" Der Bauer aber antwortete: "Ich habe kein Geld und einen Sohn werde ich nie bekommen, denn ich bin impotent und arm." Hier merkte die Bank, dass sie ein Problem hatte. Denn das Gleiche war ihr schon mit vielen anderen Kunden passiert. So konnte sie sich zwar riesige Gewinne aufschreiben, hat aber das Gold nie bekommen. Und so geschah es, dass die Bank nicht mehr liquide war. Sie ging bankrott, weil ihr Management aus Idioten bestand. Aus dieser Begebenheit heraus entwickelte sich die "Finanz- und Wirtschaftskrise".

Versteh ich nicht. Was hat das ganze jetzt mit mir zu tun, der ich doch 6000 km von dieser Bank weg bin? Ich habe kein Geld bei ihr angelegt und auch rein gar nichts mit dem Bauern zu schaffen? Wie hat diese Finanzkrise es jetzt bis in meinen Betrieb geschafft? Wie ist sie zu einer globalen Wirtschaftskrise mutiert?

Ganz einfach: Sie ist es nicht, sie konnte es nicht. Es gibt keine plausible Erklärung, warum in Deutschland Leute ihren Job verlieren sollten, weil in den USA eine kleine von Idioten geleitete Bank nicht mehr liquid ist. Deshalb gibt es die Wirtschaftskrise auch nicht.

Aber warum sprechen dann alle von einer Krise? Warum gehen wirklich Banken in Deutschland bankrott? Wie kommt es jetzt zu der Situation, die wir zur Zeit hier in Deutschland haben?

Um das zu verstehen muss man psychologisch den Weg der Krise von den USA zu uns erarbeiten, denn einen wirtschaftlich bedingten Weg findet man nicht. Grob ökonomisch gesehen, gibt es keinen Grund, warum sich diese Krise ausgebreitet hat. Ihre Erfolgsgeschichte ist rein mentaler Natur.
Wir versetzten uns also ein paar Monate zurück. Die amerikanische Bank ist gerade bankrott gegangen und man hört überall, im Fernsehn, im Radio, in den Zeitungen davon. Auch die Vorsitzenden unserer Banken hören davon und sie beginnen sich, Fragen zu stellen. Haben auch andere Banken so schlecht gewirtschaftet, wie das Beispiel aus den USA? Am Ende sogar Banken aus Deutschland? Banken, denen wir sonst Geld leihen? Das Misstrauen zwischen den einzelnen Banken steigt. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, Kredite auszugeben, die aber für die Wirtschaft nützlich wären.
Zwar schadet das der deutschen Wirtschaft, doch ist es nicht Grund genug für einen starken ökonomischen Einbruch. Dafür ist wieder die mentale Einstellung verantwortlich, und zwar nicht nur die der Banken sondern vor allem die der einfachen Bürger. Dadurch, dass die Medien die Gerüchte über eine Wirtschaftskrise, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden war, schüren, bekommt der Bürger Angst. Er bekommt Angst um seinen Arbeitsplatz, um seinen Verdienst und um sein bei der Bank angelegtes Geld. Diese Angst wiederum führt dazu, dass er spart, was aber der Wirtschaft schadet. Und genau dadurch ist eine Wirtschaftskrise entstanden. Nicht durch den Bankrott einiger Banken, sondern durch die Angst ums Geld, die daraus entstanden ist und die durch Schreckensmeldungen der Medien immer weiter verstärkt wird. Wer also die Wirtschaftskrise fürchtet, stärkt sie nur. Sie ist in den Köpfen der Menschen entstanden und kann auch nur dort bekämpft werden. Wenn also unsere Gesellschaft an die Existenz dieser Krise nicht mehr glaubt, wird auch die Krise nicht mehr existieren.
Deshalb sage ich: Die Wirtschaftskrise gibt es nicht.

Montag, 1. Juni 2009

Stop!! Mehr Respekt für gute Arbeit!

Seit Äonen von Jahren geistert eine Frage durch die Dimensionen. Eine Frage, die die Grenzen der Wissenschaft überschreitet und untrennbar mit dem Sinn des Lebens verknüpft ist und nebenbei heute die Ehre hat mir als Einleitung zu dienen. Hier kommt sie. Die Frage der Fragen: "Haben Gegenstände Gefühle?"
Eine verständliche Antwort darauf scheint unmöglich und so bleibt nur ein Schluss übrig: Man weiß es nicht.
Und weil man es nicht weiß, sollte man sich davor hüten Gegenstände gefühllos zu behandeln. Wer weiß, vielleicht rächen sich eines Tages alle Zahnbürsten oder iPods dieser Welt. Zumindest den iPods trau ich diabolische Machenschaften irgendwie zu.
Sie wollen die Menschheit vernichten und die Erde
dem Untergang weihen? Auch hierfür gibt es eine "App".
Um mich also mit den Gegenständen dieser Welt gut zu stellen, engagiere ich mich aktiv für deren Rechte. So z.B. für die Rechte der Stop-Schilder! Seit 1939 gibt es in Deutschland Stop-Schilder und doch sind sie noch nicht akzeptiert. Immer häufiger werden sie Opfer von rassistischen Anfeindungen. Sie werden überfahren, angefahren, verflucht, beschmutzt. Dabei wollen sie uns Menschen doch nur helfen. Sie wollen uns den Straßenverkehr übersichtlicher gestalten und so sogar Blondinen die Möglichkeit geben aktiv daran teilzunehmen. Doch dafür ernten sie nur Hohn und Gelächter.
Und das schlimmste daran ist, dass niemand sie wirklich kennt. Niemand will sie kennen, oder sich mit ihnen befassen. So werden sie z.B. noch heute regelmäßig falsch geschrieben. Als amerikanische Erfindung haben sie das Recht darauf, mit einem "p" geschrieben zu werden. Trotzdem schreiben selbst angesehene Enzyklopädien, wie "Wikipedia" das Stop-Schild mit Doppel-P. Auch die deutsche Bundesregierung verdeutlicht ihre Missbilligung den Stop-Schildern gegenüber. Die von ihr eingerichteten Zensurmethoden im Kampf gegen Kinderpornographie beinhalten ein diskriminierendes Stop-Schild mit zwei "p". Hier zeigen sich die Verachter dieser heldenhaften Verkehrshelfer. Die Bundesregierung sowie ihre Lakaien, wikipedia.de oder dilettantenhaft geführte Seiten wie stoppschild.de.vu diffamieren öffentlich Stop-Schilder. Sie manipulieren und hetzen gegen diese treuen Verkehrsarbeiter auf. Dabei bemüht sich das Stop-Schild um einen internationalen guten Ruf. Doch den genießt es hier in Deutschland ganz sicher nicht. Und deshalb sage ich, dass das SO nicht weitergehen kann! Es muss etwas geändert werden. Schließlich kann es nicht angehen, dass fleißige Helfer, die ihre Arbeit auch noch ehrenamtlich machen, nicht zumindest mit dem Respekt behandelt werden, der ihnen zusteht.
Deshalb fordere ich von Ihnen: Helft mit! Kämpft gegen die faschistischen Feinde der Stop-Schilder an. Denn wer ein Stop-Schild nicht respektiert, kann auch einen Mensch nicht respektieren. Somit ist der Feind des Stop-Schilds auch der Feind des freien Menschen.

Also geht auf die Straße! Protestiert gegen die Verantwortlichen! Protestiert gegen den Schilderfeind, denn der Schilderfeind ist blind vor Hass. Er hasst die Rechte der Stop-Schilder und die Rechte aller Menschen. Deshalb gilt:
Wehrt euch gegen den faschistischen Schilderfeind!

Nieder mit den Schilderfeinden!
Mehr Respekt für gute Arbeit! ---> Mehr Respekt für Stop-Schilder!!!

Samstag, 30. Mai 2009

Die unendliche Einleitung

Ja, ich bin noch am Leben. Als Heuchler würde ich jetzt behaupten, ich hätte die Zeit als "kreative Pause" genutzt, um jetzt mit neuem Elan und neuen genialen Ideen diesen Blog qualitativ in neue Höhen zu bringen. Als ehrlicher Mensch gebe ich zu, dass ich mir keine Gedanken um den Blog gemacht hab, weder um neue Themen noch um neue Qualität. Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich hab mir einfach ein bisschen Ruhe, ein bisschen Spass, ein bisschen Hirnschlaf genommen. Ich habe einfach die letzten Wochen genutzt, um zu leben. Von Zeit zu Zeit braucht man das einfach. Brauch ich das einfach. Immerhin hab ich mich irgendwann dran erinnert worden, dass es diesen Blog noch gibt, und ich dachte mir, ich beweise mir selbst, dass ich nicht alles nach 2 Wochen liegen lassen.
[Eine meiner Lieblingsangewohnheiten: Ich fange etwas an, um mir selbst zu beweisen, dass ich mein Leben verändere und dass ich diese Veränderung auch will. Wenn aber etwas Zeit verstrichen ist, kehre ich zum Alltag zurück, meinen kurzzeitigen Mut und temporären Wunsch nach Veränderung schnell vergessend. Ich bin mir durchaus bewusst, dass das nicht gerade ein Sinnbild meiner eigenen mentalen Stärke ist. Aber ich kenne diese meine Schwäche und das ist ein Anfang. Wer die eigenen Schwächen nicht kennt, kann auch seine Stärken nicht ausspielen.]
Stop! (an dieser Stelle schaltet sich etwas ein .... vielleicht mein Gewissen .... wer weiß?)
1. Wollte ich heute gar nicht so viel über mich schreiben.
2. Sitze ich immer noch in der Einleitung fest, obwohl ich mir ein schönes Thema überlegt hatte, dass ohnehin schon fast zu lang für einen Blogeintrag ist.
3. Ja ich benutze das offizielle "Stop" das man auch auf (normalen) Stop-Schildern findet. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies in der deutschen Sprache nominell ein Schreibfehler ist, fühle mich aber dazu angehalten das aufgrund der internationalen Bedeutung des Stop-Schilds ...
Was tue ich hier? An dieser Stelle schaltet sich nochmal mein Gewissen (oder was auch immer es war) ein, um mich dran zu erinnern, dass ich im Moment nur noch dummschwätze (eine meiner Stärken? oder doch eine Schwäche?)
Die Rechte der Stop-Schilder muss ich wohl oder übel in einem der nächsten Posts erklären. Die sprengen hier leider den Rahmen.
Vielleicht innerhalb der nächsten 3 Wochen. Die letzten 3 Wochen sind ja erstmal ohne Post vergangen. (Gott was für eine geniale Überleitung; Mc Gyver wäre stolz auf mich). Heute wollte ich nun mit einem brennend interessanten Thema wieder einsteigen. Ein Thema das so interessant ist, dass nicht nur ich mir Gedanken drüber mache, sondern auch viele andere in Deutschland, vor allem die Politiker, auch unsere werte Frau Kanzlerin. Aber nicht nur in unserem Land ist dieses Thema aktuell, es beschäftigen sich noch viel mehr Menschen damit, eigentlich ist es fast omnipräsent, die ganze Welt befasst sich damit. Und wie immer in solchen Fällen gibt es 2 Arten von Leuten, die sich damit auseinandersetzten:
Die Einen (meistens Politiker) wissen alle besser, was gemacht werden soll und jede andere, noch so gute Idee ist keine Überlegung wert. Sie muss einfach falsch sein, da sie sich von der eigenen Idee unterscheidet.
Die andere Gruppe (Stammtisch-Gäste) hat keine Ahnung, was eine Lösung für das Problem wäre. Um aber trotzdem über das Thema quatschen zu können, kritisieren sie einfach mal kategorisch alle Ideen. Sie haben keine eigene Idee, aber 500 Gründe, warum die Vorschläge der anderen niemals funktionieren werden.
Wenn ich mir jetzt mal meine eigene Position hier überlege muss ich mich ein bisschen schämen, da ich mich eigentlich eher in die zweite Kategorie einordnen müsste. Allerdings sehe ich mich selbst (wahrscheinlich aus Gram) als Zwischenfall.
Da ich nun zum ca. 100. mal abgeschweift bin, habe ich beschlossen mein angepeiltes Thema nicht mehr in diesem Post anzufangen. Mein Ziel war eigentlich irgendwann auf die Wirtschaftskrise zu sprechen zu kommen. Aber dafür werden dann demnächst ein, zwei, drei, hundert neue Posts herhalten müssen. Ich verspreche es! Eigentlich wollte ich nämlich schon seit meinem zweiten Post darauf eingehen, habs aber immer wieder vor mir hergeschoben, zum einen, weil es ein soooo umfangreiches Thema ist und zum andern, weil ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich mich wirklich noch in dieses Thema einmischen soll. Es beschäftigen sich jetzt schon so viele Leute damit, dass es eigentlich wie Mainstream scheint, seine eigene Meinung in die Runde zu schreien. Da sich meine Meinung nun aber deutlich von der der meisten anderen Meinungen im Raum unterscheidet, steck ich ein bisschen in der Klemme: Ich will meine Meinung nur ungern untergehen lassen, da sie einen neuen interessanten Blickwinkel ermöglicht, den sonst anscheinend keiner sieht, bin mir aber auf der anderen Seite nicht sicher, ob sie vertretbar ist, da ich mit ihr ziemlich allein da stehe. In den letzten 3 Wochen hab ich zum Glück genug Selbstvertrauen getankt, um sie zu äußern, sie notfalls hinaus zu schreien! Ich stehe zu ihr, egal wie viele Kritiker sie findet!

Wenn "Die unendliche Geschichte" unendlich ist, was ist dann eine Geschichte, deren Einleitung schon unendlich ist?

Donnerstag, 7. Mai 2009

Vorbilder, ein Ungeheuer und eine zerstörte Axt

Another Post, Another Sleepless Night
Ich habe heute neue Saiten aufgezogen. So konnte das nicht weiter gehen, ich musste was tun! Seit dem Wochenende schon immer das Gleiche ...

Was ich getan habe? Ich werd es Euch erzählen. Samstags morgens ging es los. Bei einem wahnwitzigen Solo hat sich, wohl aufgrund der enormen Erhitzung, die E-Saite meiner wunderschönen, klangvollen Fender Squier Stratocaster mit einem lauten Schnarren verabschiedet. Für alle Nicht-Musiker: Eine Fender Squier Stratocaster ist eine Gitarre. Keine sonderlich gute, aber ich bin mit ihr sehr glücklich. Auf jeden Fall, samstags morgens wars vorbei mit der Gitarrenspielerei. Aber zum Glück hat mich das gar nicht gestört, weil ich ja nie Probleme mit Langeweile habe. Falls Ihr euch z.B. mal gefragt habt, warum ich immer nachts poste. Tagsüber kann ich zur Langeweilebekämpfung Gitarre spielen, ohne dass mein Nachbar musikalisch durch dumpfes Klopfen oder lautes Schreien dabei einsteigt. Und schon wieder schweif ich ab. Samstags morgens also. Lagebericht: Ich allein an der Langeweile-Front. Mir gegenüber ein ganzes Wochenende voll Langeweile. Meine stärkste Waffe, meine Axt - Zerstört in meinen Händen. Von dieser Situation geschockt, ohnmächtig, nicht klar denkend, kam ich zu dem Schluss das es ein Zeichen sein muss.
Es waren noch exakt 3 Tage bis zu meiner Abiprüfung in Physik. Genau 72 Stunden. Wenn man davon die Zeit zum Schlafen und Essen abzieht sind noch knapp 40 Stunden übrig. 40 Stunden für Stoff, den man in 2 Jahren hätte lernen sollen. Leise fragte ich mich: Können wir das schaffen? Dabei sah ich fragend auf meine Gitarre runter. Keine Antwort. Bisher hatte sie mir immer eingeredet, die Zeit lange noch locker, doch auf einmal bekam ich Panik und seit damals weiß ich eins: Es gibt etwas, das mindestens doppelt so schrecklich ist wie eine halbnackte Madonna auf ihren 50+Tourneen. An dieser Stelle muss ich kurz schlucken. Nicht nur wegen dem Gedanken an faltige Oberschenkel, sondern vor allem wegen dem Satz der jetzt folgt: Es gibt etwas, dass sogar noch furchtbarer ist als Langeweile - Lernen. Nicht gewöhnliches Lernen. Nein, nein, Lernen von Stoff, für den ein neuer Aggregatzustand erfunden werden müsste, um ihn richtig beschreiben zu können. "Zäh" oder "gummiartig" sind einfach zu schwache Wörter. Zwischendrin lieferte der Stoff mir auch noch einige Leckerbissen, komplizierter als das Öffnen einer Bierflasche mit nichts weiter als einem Zahnstocher. MacGyver hätte das wohl noch geschafft. Aber selbst er wäre erblasst im Angesicht des schrecklich-schauerhaften Potenzialtopfmodells. Beim Versuch es zu verstehen hätte sich sein Kopf wohl früher oder später verabschiedet, um in einer gewaltigen Explosion in tausend Teile zu springen. Ein Trick, den MacGyver im allergrößten Notfall benutzen kann, um sich wiedermal aus einer Gefängniszelle rauszusprengen, wenn er zufällig kein Stroh und auch keinen Draht zur Hand hat. Er baut sich später einfach einen neuen Kopf aus Schnee, einer Karotte und ein paar Kastanien. Den Unterschied merkt keiner.
Nachdem ich nun die Trümmer seines Schädels weggeräumt hatte, saß ich wieder da. Aug' in Aug' mit der Bestie. Ein so abstoßendes Geschöpf, dass nicht einmal somalische Piraten sich etwas derartiges ausmalen könnten. Ein Biest, so abscheulich also, dass die "Schrecken der Sieben Weltmeere" es fürchten. Ganz ehrlich: Ich hatte Angst. Jeder hätte an meiner Stelle Angst gehabt. Mich befiel schon in dem Moment eine fürchterliche Kälte, als es mir im Januar 2009 das erste Mal begegnete. Damals gebändigt von einem, der größer ist als ich. Meinem Physiklehrer. Aber nun war ich allein und es lag vor mir. Das sagenumwobene Potenzialtopfmodell. Doch ich habe es besiegt. Im Kampf ist es immer wichtig die eigenen Schwächen zu kennen. Ich wusste um meine und so konnte es mir nichts antun, denn ich habe es mit einem Kunstgriff überwunden: Ich habe es ganz einfach ausgelassen, nicht beachtet. Ich dachte mir ganz einfach: "Was würde Chuck Norris tun?" Als ich nach einer kurzen Round-house-kick-Fantasie wieder in der Realität landete, wusste ich, dass mir Chuck Norris nicht helfen könnte. Und da mein Ersatzidol grade auf dem Weg Richtung Nordpol war, nachdem es sich bei mir noch eine Karotte und ein dutzend Kastanien ausgeliehen hatte, wurde mir klar, dass ich selbst eine Entscheidung fällen musste. Und ich entschied mich für das einzig Richtige. Nämlich, etwas zu lernen, bei dem wenigstens die Chance besteht, dass ich es verstehe, bevor ich meinem Gebiss nachts beim Schlafen in seinem Glas zusehen kann.
Hat's was geholfen? Nun ich hab den meisten anderen Stoff durchgekriegt und auch beim Schreiben der Klausur wusste ich das ein oder andre. Nebenbei: Das Potenzialtopfmodell kam in der Arbeit gar nicht dran und ich bin mir sicher, ich weiß warum: Es war eine höhere Macht, die mir da geholfen hat. Ich hab mich vorher schließlich noch ein bisschen mit Gott unterhalten. So von Gitarrengott zu normalem Gott, da ist das Verhältnis logischerweise ganz gut. Und da ich jetzt ja auch wieder Saiten auf meinem Instrument habe, werd ich ihm demnächst auch die versprochene Rockhymne schreiben. Aber nicht mehr heute Nacht, denn er steht nicht so auf Flüche in Liedern. Schon gar nicht, wenn sie so hasserfüllt durch die Wand geschrien werden.

Eigentlich wollte ich ja von meinen neuen Seiten berichten, denn eins steht fest: Es muss sich was ändern und es wird sich was ändern. Heute habe ich den ersten Schritt gemacht. Es werden noch viele folgen, große und kleine, anstrengende und leichte, traurige und schöne. Die Welt steht einem Gitarristen immer offen. Und wenns doch nich klappt, hab ich ja immer noch diesen Blog. Und notfalls noch ein Abi mit ner passablen Physik-Note. Die Welt steht mir offen ...

Donnerstag, 30. April 2009

Fair Trade und traurige Wahrheiten

So, da ich mittlerweile wohl chronisch an Schlaflosigkeit leide, verfasse ich doch noch einen Post, bevor ich mich zur Ruhe lege. Ich hoffe (es ist zumindest beabsichtigt), dass es ein eher inhaltsvoller Post wird und ich entschuldige mich schonmal im Vorraus, falls er ein bisschen zäh wird, aber es geht um einen Aspekt, der mich schon seit geraumer Zeit beschäftigt.

Ich hab im vorangegangenen Post (Piraten - Helden der Meere | sehr lesenswert :-P) erwähnt, das wir, als westliche Welt andere Länder ausbeuten. Zum Glück gibt es Menschen, die das merken, auch bei uns, und die etwas dagegen unternehmen wollen. Ja, diese Menschen gibts, auch wenn sie eher selten sind, beziehungsweise oft nur aus Heuchelei agieren. Diese Menschen haben sich Methoden überlegt, wie man Entwicklungsländern unter die Arme greifen kann. Abgesehen von politischen Maßnahmen, die in diesem Post wirklich den Rahmen sprengen würden, auf die ich aber früher oder später in einem weiteren Beitrag noch eingehen werde, gibt es da vor allem den "Fair Trade".
Das Prinzip ist sehr einfach: Bauern in Entwicklungsländern erhalten für ihre Waren im Normalfall nur einen minimalen Bruchteil des Wertes, für den das Produkt am Ende in den Industrienationen verkauft wird. Sagen wir mal 5% (weils so leicht zu tippen is :-P). Die restlichen 95% fließen an Zwischenhändler auf dem Weg, den Transport oder den Endverkäufer. Das läuf in etwa so ab: Der Bauer verkauft sein Produkt an einen Zwischenhändler, der transportiert es ein Stück und verkauft es dann an einen weiteren Zwischenhändler, der es wieder ein Stück transportiert und dann erneut verkauft. So geht das, bis das Produkt in der ersten Welt angekommen ist.
Beim Fair Trade, versucht eine Organisation einige Zwischenhändler wegzunehmen und so dem Bauern mehr Reingewinn zu ermöglichen. Das ist der Idealfall. Den meisten Leuten wird jedoch aufgefallen sein, dass Fair-trade-Produkte in der Regel teurer sind, als normal gehandelte Produkte. Das ist ein zweiter Fall: Hier wird das Produkt einfach nur als Fair-trade-Produkt gekennzeichnet und mit dieser Kennzeichnung dann teurer verkauft, wodurch der Bauer einen größeren Gewinn erreicht. Die Leute, die es kaufen, wissen, dass es teurer ist, wissen jedoch auch warum und sind bereit dafür mehr auszugeben.
Aber dieser zweite Fall hat einen großen Haken: Er verzerrt den Markt. Das Prinzip "Angebot und Nachfrage regeln den Preis" stimmt nicht mehr. Ein Beispiel hierzu: In Afrika leben zwei Bauern, die beide Kaffee anbauen. Ihre Produktionsmenge entspricht jeweils 10 Sack Kaffee. Bauer A verkauft seinen Kaffee über eine Fair-trade-Organisation und erhält 10$ p.S. (pro Sack). Bauer B verkauft seinen Kaffee auf die herkömmliche Art und erhält 5$ p.S.. Der Kaffee von Bauer A wird nach Deutschland verschifft und dort als Fair-trade-Kaffee verkauft. Die Nachfrage an Fair-trade-Kaffee wird durch die Menge von Bauer A genau gedeckt. Bauer B sieht nun, dass Bauer A mehr verdient und verkauft seinen Kaffee in Zukunft auch über eine Fair-trade-Organisation. Der hohe Preis, den Bauer A erzielt, lässt in diesem Fall auf eine hohe Nachfrage schließen, die nicht vorhanden ist. Wenn nun beide Bauern ihre 20 Sack Kaffee über eine Fair-trade-Organisation verkaufen, gibt es in Deutschland doppelt so viel Fair-trade-Kaffee, wie benötigt wird. Daraus folgt, dass der Preis sinkt und daraus wiederum folgt das die Organisation den Bauern nicht die versprochenen 10$ pro Sack bieten kann. Das Ausscheiden des Bauer B aus dem herkömmlichen Kaffemarkt wird aufgrund dessen Größe im Vergleich zum Fair-trade-Kaffeemarkt keine Auswirkungen auf den ersteren haben. Es wird auch keine weiteren Konsumenten in den Fair-trade-Markt schieben, da die Fair-trade-Produkte weiterhin teurer sind, als die herkömmlichen Waren. Die Prinzipien der Marktwirtschaft bleiben hier steinhart.
Ich war ein bisschen schockiert, als ich zu diesem Schluss gekommen bin. Und selbst danach habe ich mir sehr lange versucht einzureden, dass ich irgendwas übersehen habe, da die Idee des Fair Trade eigentlich richtig gut ist. Aber auch sie lässt sich, wie die meisten Sozialmaßnahmen, nicht mit den Prinzipien der Marktwirtschaft vereinbaren. Ist auch irgendwie logisch, dass ich den Leuten nicht mehr geben kann, als sie nach Marktlage erwirtschaften. Traurig für den fairen Handel, aber beruhigend dafür, dass die Marktwirtschaft in ihrer Urform noch funktioniert. An dieser Stelle einen kurzen Einschub: Ich halte die Marktwirtschaft, wenn sie konsequent verfolgt wird, für unfehlbar. Probleme wie die aktuelle Finanzkrise haben andere Ursprünge, auf die ich irgendwann in einem Post noch eingehen werde.

Die Illusion Fair-Trade ist hiermit demontiert. Zwischendrin habe ich nochmal gezögert, diese Idee wirklich zu verwerfen, u.a. weil meine Tastatur den Geist aufgegeben hatte. War es ein Zeichen? Oder ein Geist? Mitternacht ist es ja schon... Ich war mir nicht sicher, hab es dann aber doch noch riskiert den Post fertig zu schreiben, aller Geister und Omen zum Trotz.

Nachträgliche Bemerkung: Das Beispiel bezieht sich nur auf den Fall, dass die jeweilige Organisation eine unbeschränkte Aufnahmekapazität von angestellten Bauern haben will. Die marktwirtschaftlichen Prinzipien laufen nicht aus dem Ruder, wenn die Organisation nur ausgewählte Bauern untersstützt, allerdings entsteht in diesem Fall eine Diskrepanz zwischen den Fair-trade- und den konventionellen Kaffeebauern.

Mittwoch, 29. April 2009

Helden der Meere

Sie tragen wilde Bärte, Augenklappen, Holzbeine und natürlich einen Haken statt einer Hand, vergraben ihre geplünderten Schätze auf einsamen Inseln, trinken Grog und Rum, meutern jeden zweiten Tag und sind die wohl unattraktivsten Männer der Welt: Piraten. Trotzdem sind sie irgendwie die Helden der Kindheit und dank "Pirates of the Carribean" auch die der großen Kinder (18+). In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Piratenkult entstanden. Jeder will ein massakrierender, wilder und bis an die Zähne bewaffneter Freibeuter sein. Piraten sind komischerweise trotz überwiegender negativer Eigenschaften beliebt. Dass sie vergewaltigende Räuber waren, wird ganz schnell mal verdrängt, denn sie hatten etwas, dass viele Menschen heutzutage nicht mehr haben: Ihre Freiheit. Auch ich schwelge ganz gern mal in meinem Sessel und stell mir vor, wie es wär, frei zu sein, frei wie ein Freibeuter, nicht frei wie ein Abiturient.
Ein Freibeuter der alten Schule natürlich, denn unsere heutigen Piraten haben etwas an Kultstatus verloren. Keine Bärte, keine Augenklappen oder Haken und vor allem keine Freiheit. Doch merkwürdigerweise kann ich mich auch mit ihnen identifizieren, schon allein, weil sie "Piraten" sind und weil sie noch heute die Schrecken der Meere sind, obwohl sie nur ein erstaunlich kleines Gebiet beherrschen. Diese tapferen Männer schaffen es riesige Nationen zu ärgern und kämpfen mit ihren simplen Methoden gegen die besten Flotten der Welt an. Piraten eben. Doch diese Piraten haben noch einen zusätzlichen Reiz: Sie kämpfen gegen die sozialen Missstände der Welt. Durch eine Region, die zu den ärmsten der Welt gehört, wird tagtäglich ein Kapital in Millionenhöhe geschippert, während wenige Kilometer entfernt die Leute verhungern. Und hier schreien die Piraten laut auf und handeln: Sie nehmen von den Reichen und geben es den Armen. Wie Robin Hood. Wenn das mal keine heroische Kombination ist, die Kinder- und Elternherzen höher schlagen lassen müsste. Denn die lieben Kleinen brauchen ja gute Vorbilder, die ihnen beibringen, was Gerechtigkeit ist, eben wie Robin Hood. Prinzipiell erfüllen die somalischen Piraten diese Ansprüche, wenn da nicht ein Problem wäre. Sie leben zu unserer Zeit und zeigen damit auf, dass die Ungerechtigkeit und die ungleiche Verteilung des Reichtums heute noch genauso gegenwärtig ist, wie im mittelalterlichen Zeitalter des Robin Hoods. Also doch keine Disney-Produktionen über "Hassan, den somalischen Freibeuter" und auch keine Faschingskostüme à la Feinrip-shirt mit Jeans und Panzerfaust. Schade eigentlich, aber die mediale Darstellung der Piraten ist wesentlich düsterer. Die Hintergründe gehen dabei oft verloren oder werden verdrängt. Irgendwie auch verständlich, da wir ja selbst die Bösen in dieser Geschichte sind. Wir sind sozusagen der Sheriff von Nottingham, der die restliche Welt ausbeutet, aber gegen die verhältnismäßig schwachen somalischen Robin Hoods keine Chance hat. Geschichte wiederholt sich eben doch.
Was haben wir aus diesem Post gelernt? Nix? Auch gut, denn er bietet ja nur einen Aspekt der Piraterie, einen Aspekt, der sonst oft verloren geht. Ich jedenfalls verabschiede mich für heute, schaue mir noch ne Folge "Hassan" an und stelle mir in Gedanken schon mein Faschingskostüm für nächstes Jahr vor: Fehlt mir eigentlich nur noch die Panzerfaust.

Darf man in einem Tagebuch eigentlich mehrere Einträge pro Tag verfassen? Ich hoffe mal, nicht dass ich demnächst neben der Nato-Flotte und Sheriff George noch einen deutschen Kontrolldienst für die regelkonforme Führung von Tagebüchern zu meinen Feinden zählen darf.

Schlaflosigkeit und Langeweile - Kombination des Teufels

Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, dass man sich langweilt anstatt zu schlafen. Trotzdem ist das eine mit dem anderen fest verknüpft. Obwohl man eigentlich etwas zu tun hat (schlafen!), schlägt man sich die halbe Nacht um die Ohren ohne auch nur irgendetwas zu machen. Um dem entgegen zu wirken habe ich mich jetzt zu noch später Stunde noch mal aufgemacht. Die Schlaflosigkeit werd ich dadurch zwar nicht los, aber die Langeweile hält sich in Grenzen.
Also sitz ich hier an meinem PC und hör abwechselnd Metallica und Luciano Pavarotti. Vielen Dank an dieser Stelle an die Zufalls-Funktion meines Mediaplayers, die mir in all den Jahren die wunderbarsten Wiedergabelisten gezaubert hat und mich immer wieder überrascht hat mit Kombinationen aus Herz und Blut, die kein Musikproduzent der Welt, und erst recht kein normaler Mensch, für hörbar gehalten oder sogar so veröffentlicht hätte. Hier besteht in der Tat eine Marktlücke, auch wenn mein misshandelter Musikgeschmack wahrscheinlich den einzigen Markt für diese Lücke darstellt. Kombinationen aus Metal und Klassik haben meiner Meinung nach die gleichen blühenden Zukunftsaussichten, wie Elektroautos. Die Wahrscheinlichkeit der Produktion innerhalb der nächsten 10 Jahren ist jedoch auch gleich groß. Schade, aber zum Glück gibts ja den Mediaplayer.
Dabei fällt mir auf, dass ich schon seit 15 min schreibe, ich aber eigentlich die wohl unproduktivste Viertelstunde meines Lebens hinter mir habe :-). Doch da Blogs wie neulich jemand treffend sagte "abgetriebene Gedanken" sind, ist die Masse des geschriebenen Unsinns gar kein Problem. Sie zeugt zumindest von Hirnaktivität, auch wenn die Qualität der Hirnarbeit eher bescheiden ist.

Damit käme ich auch schon zu dem Grund, aus dem ich diesen Blog eröffnet hab. Zum einen ist da natürlich die Langeweile, die mich verfolgt wie ein kleiner Bruder, zum anderen ist da die Freiheit, die der Blog mir ermöglicht. Schreiben was ich will. Was mir grad in den Sinn kommt. Ohne Struktur. Ohne Sinn. Ein mentaler Mülleimer. Entleerung für mein Hirn. Wenn sich jetzt jemand fragt, wie voll das Hirn eines 18-jährigen denn schon sein könnte, hat er natürlich recht. Von einer Völle kann man wohl kaum sprechen. Ironischerweise fühl ich mich sogar eher leer, als voll. Aber gerade diese Leere treibt mich dazu an, etwas zu tun. Diese Leere verursacht wohl auch die Schlaflosigkeit. Nicht, dass ich nicht zum Schlaf komme, weil ich mir Sorgen mache, oder Angst habe. Nein, ich komme nicht zum Schlaf, weil ich heute nichts gemacht habe. Unproduktivität schlaucht mehr, als harte Arbeit. Ich komme nicht zum Schlaf, weil ich nicht weiß, warum ich morgen aufstehen soll. Für einen weiteren Tag, der vorbeigeht, ohne dass man etwas gemacht hat? Mein Leben hat irgendwie den Sinn verloren. Er war einfach weg. Nicht auf eine suizidal-gefährdete, sondern auf eine philosophische Art. Was haben Tage, an die man sich nicht erinnert für einen Sinn? Einzelne Tage voller Untätigkeit sind kaum das Problem. Doch nach mehreren Wochen beschleicht einen eine resignative Stimmung. Wenn man sich schon jetzt nicht mehr erinnert, was man 98% der letzten Woche gemacht hat, wirkt das Leben schnell sinnlos. Klingt auf Anhieb selbstmordgefährdet, aber mir fällt in dem Zusammenhang einfach kein gutes Wort ein, dass ich alternativ zu "sinnlos" verwenden könnte. In Wirklichkeit ist es wohl eher eine Ziel- und Planlosigkeit. Mit einem entsprechenden Ziel würde auch der Sinn wiederkehren. Da ich aber zur Zeit kein Ziel vor Augen habe, werde ich einfach versuchen, durch diesen Blog ein wenig Sinn in mein Leben zu bringen. Selbst wenn mir das dadurch nicht gelingt, kann ich wenigstens meine Gedanke so ein bisschen ordnen. In einem Blog ohne Sinn für einen Sinn im Leben.

Wenn ich jetzt so durchlese, was ich alles geschrieben habe, fällt mir direkt auf, dass ich kilometerweit von meinem eigentlichen Thema abgetriftet bin. Trotzdem bereu ich es nicht, da ich früher oder später sowieso hätte auf den Grund dieses Blogs eingehen müssen. Nebenbei ist diese exzessive Abschweifung ein gutes Beispiel für die teuflische Kraft, die die Kombination aus Schlaflosigkeit und Langeweile inne hat. Sie hat einen elendig langen Blog-Post kreiert, den ich, wenn er nicht von mir wär, eigentlich nie lesen würde. Einfach wegen der Länge. Die Faulheit lässt grüßen ;-)