Mein Opa Frank-Walter hatte einen alten "Opel Anachronismo" in aschgrau. Es war das schäbigste und älteste Auto, in dem ich jemals sitzen durfte. Aber mein Opa liebte ihn und war der festen Überzeugung er wäre viel besser als alle neueren Autos. Ich habe bestimmt tausend mal versucht ihn davon zu überzeugen, dass ein neues Auto viel leistungsstärker und energiesparender wäre, aber er ließ sich nicht umstimmen.
Eines Tages, mitten auf der Landstraße, gab der Opel in einem lauten Krachen unter dicken Rauchschwaden den Geist auf. Ich weiß noch genau, wie wir ihn mit unserm Auto abschleppen mussten. Ein Wunder, dass er das noch ausgehalten hatte. Der KFZ-Mensch seines Vertrauens attestierte ihm wie erwartet, den wirtschaftlichen Totalschaden des Fahrzeugs.
Insgeheim freute ich mich. Nicht nur, weil mein Opa sich jetzt nicht mehr mit der alten Schrottlaube rumschlagen musste, sondern auch weil ich hoffte in seinem neuen Auto mal fahren zu dürfen. Ich wartete sehnsüchtig aufs neue Auto. Ich wartete und wartete ...
Eines Tages schau ich zum Fenster raus und da steht der aschgraue Anachronismo wieder, mein Opa nebendran, vor Stolz strahlend. Er hatte ihn reparieren lassen und das für das Schnäppchen von geschätzten 2 Neuwagen selber Größe.
Ich war traurig und enttäuscht. Natürlich hätte ein neues Auto beinhalten können, dass es ihm am Ende nicht gefallen hätte. Trotzdem hätte er zumindest mal einen Test riskieren können.
Es war frustrierend. Nicht nur wegen dem offensichtlichen Misstrauen meines Großvaters jeglichen neuen Produkte gegenüber, sondern auch der damit verknüpften Missachtung von Leistungen junger Ingenieure, junger Menschen überhaupt. Schließlich sprach er damit den ihm nachfolgenden Generationen die Fähigkeit ab, vernünftige Autos zu bauen. Er leugnete die Fähigkeiten dieser Generation, meiner Generation und somit auch meine Fähigkeiten.
Und fördern wollte er sie erst recht nicht! Nicht die Entwicklung neuer Technologien z.B. in der Autobranche und nicht die Fortbildung der Jugend. Wozu sollte sie sich denn fortbilden oder weiterentwickeln, wenn das Optimum in allen Bereichen sowieso anno 1960 erreicht war? Wozu sollte sie denn klimaschonende Automobile bauen, wenn Frank-Walter lieber in einer 60er Jahre Drecksschleuder fährt? Ein Fortschritt ist einfach nicht gewollt und bleibt deshalb auch auf Kosten der Erhaltung des Altbewährten auf der Strecke.
Wenn die Alten die Jungen nicht fördern wollen, weil sie deren Können bezweifeln, werden sie am Ende Recht behalten, denn ohne die Förderung werden die Jungen nichts erreichen und ihr Können nicht entfalten.
Wenn mehr alte Frank-Walters auf neue Autos ...
- oder gar auf eine neue, moderne Autoproduktion setzen würden, könnten wesentlich bessere Autos produziert werden.
- setzen würden, könnte sich die Standards in der Automobilbranche wesenlich schneller verbessern.
- und innovative moderne Methoden allgemein setzen würden, könnte Technik, vor allem auch klimaschonende, in allen Bereichen optimiert werden.
- und damit auf Jugend setzen würden, könnten die jungen Generationen endlich die Rückendeckung und das Vertrauen bekommen, das sie brauchen um eine nachhaltig gesunde Wirtschaft zu schaffen.
Neue Autos rollen besser. Alte Männer fürchten den Wandel. Jugend braucht Unterstützung. Mein Opa ist doof.
Erkenntnisse über Erkentnisse ....
Mittwoch, 26. August 2009
Dienstag, 4. August 2009
Finanzhaie in Sicht!
Weit draußen, tief im kapitalistischen Ozean, da leben die Finanzhaie. Als hungrige Bestien sind sie bekannt, allesverschlingende Monster mit unstillbarem Hunger. Obwohl die meisten von ihnen einfache Fische fressen, gibt es einige, die auf den Geschmack von etwas anderem gekommen sind, etwas, das im Meer nicht zu finden ist: Sie fressen bevorzugt Schweine. Allerdings sind diese das Eigentum einfacher Bürger, die an den verschiedenen Küsten des Kontinents angesiedelt sind. Die Bürger sind auf ihre Haustiere angewiesen, sie sind ihr einziges Hab und Gut, ihr Verlust würde ihren wirtschaftlichen Ruin bedeuten.
Die Haie denken daran nicht, sie denken überhaupt nur egoistisch bis gar nicht, aber dumm sind sie trotzdem nicht. Sie wissen, was sie wollen und wie sie es kriegen können. Sie springen ganz einfach auf den Strand, um eins der Tiere zu reißen und danach wieder ins Meer zu rutschen. Aber die Finanzhaie wissen auch, um das Risiko dieser Aktionen, denn manchmal schaffen sie es nicht zurück ins Meer und liegen verendet auf Grund. Ihr Schicksal wird nun davon entschieden, auf welcher Küste sie gelandet sind, denn es gibt unterschiedliche Küsten auf dem Kontinent Deutschland.
Eine davon ist die Küste der SPD-regierten Pseudal-Sozio-Politik. Die Herrscher dieser Küste behaupten, dass sie gegen Finanzhaie vorgehen und ihre Bürgern vor deren Angriffen beschützen würden. Aber machen sie das wirklich? Wenn ein Finanzhai sich wieder einmal verspekuliert hat, jetzt auf ihrer Küste liegt und zu verenden droht, dann schieben sie ihn mit Hilfe von Greepeace zurück ins Wasser und flüstern ihm ins Ohr, er soll doch das nächste Mal lieber die sicheren Fischen im Meer fressen. Nun sind Finanzhaie nicht dumm. Sie sehen das und denken sich: „Wenn ich das Risiko eingehe auf diese Küste zu springen, um ein Schwein zu fressen, ist das eigentlich gar kein Risiko mehr. Zumindest nicht für mich, denn wenn ich es nicht zurück ins Meer schaffen sollte, rettet mich die SPD. Warum sollte ich also noch die Fische im Meer fressen? Von denen werde ich nur langsam fett, Schweine sind da viel besser.“ Und so wird diese Küste von immer mehr und immer agressiveren Finanzhaien heimgesucht
Eine andere Küste ist die „Coast of Freedom“, die Freiheitsküste, geprägt von liberalen, freien Bürgern. Die beiden Küsten mögen sich nicht sonderlich, so behauptet z.B. ironischerweise grade die SPD-Küste, dass die Liberalen die Finanzhaie fördern würden. Aber was passiert nun wirklich mit den Raubfischen, die auf der Coast of Freedom landen und nicht mehr wegkommen? Ganz einfach, man flüstert ihnen ins Ohr „Selbst Schuld“, lacht kurz und lässt sie verenden. So überlegen sich die Haie in Zukunft zweimal, ob sie solche riskanten Geschäfte wirklich eingehen wollen und die Freiheitsküste wird auf Dauer von weniger Finanzhaien heimgesucht.
Ich, für meinen Teil, lebe lieber an der Küste mit weniger Haien.
Ich lebe lieber liberal.
Die Haie denken daran nicht, sie denken überhaupt nur egoistisch bis gar nicht, aber dumm sind sie trotzdem nicht. Sie wissen, was sie wollen und wie sie es kriegen können. Sie springen ganz einfach auf den Strand, um eins der Tiere zu reißen und danach wieder ins Meer zu rutschen. Aber die Finanzhaie wissen auch, um das Risiko dieser Aktionen, denn manchmal schaffen sie es nicht zurück ins Meer und liegen verendet auf Grund. Ihr Schicksal wird nun davon entschieden, auf welcher Küste sie gelandet sind, denn es gibt unterschiedliche Küsten auf dem Kontinent Deutschland.
Eine davon ist die Küste der SPD-regierten Pseudal-Sozio-Politik. Die Herrscher dieser Küste behaupten, dass sie gegen Finanzhaie vorgehen und ihre Bürgern vor deren Angriffen beschützen würden. Aber machen sie das wirklich? Wenn ein Finanzhai sich wieder einmal verspekuliert hat, jetzt auf ihrer Küste liegt und zu verenden droht, dann schieben sie ihn mit Hilfe von Greepeace zurück ins Wasser und flüstern ihm ins Ohr, er soll doch das nächste Mal lieber die sicheren Fischen im Meer fressen. Nun sind Finanzhaie nicht dumm. Sie sehen das und denken sich: „Wenn ich das Risiko eingehe auf diese Küste zu springen, um ein Schwein zu fressen, ist das eigentlich gar kein Risiko mehr. Zumindest nicht für mich, denn wenn ich es nicht zurück ins Meer schaffen sollte, rettet mich die SPD. Warum sollte ich also noch die Fische im Meer fressen? Von denen werde ich nur langsam fett, Schweine sind da viel besser.“ Und so wird diese Küste von immer mehr und immer agressiveren Finanzhaien heimgesucht
Eine andere Küste ist die „Coast of Freedom“, die Freiheitsküste, geprägt von liberalen, freien Bürgern. Die beiden Küsten mögen sich nicht sonderlich, so behauptet z.B. ironischerweise grade die SPD-Küste, dass die Liberalen die Finanzhaie fördern würden. Aber was passiert nun wirklich mit den Raubfischen, die auf der Coast of Freedom landen und nicht mehr wegkommen? Ganz einfach, man flüstert ihnen ins Ohr „Selbst Schuld“, lacht kurz und lässt sie verenden. So überlegen sich die Haie in Zukunft zweimal, ob sie solche riskanten Geschäfte wirklich eingehen wollen und die Freiheitsküste wird auf Dauer von weniger Finanzhaien heimgesucht.
Ich, für meinen Teil, lebe lieber an der Küste mit weniger Haien.
Ich lebe lieber liberal.
Wie gut, dass Kinderpornos böse sind
So, nachdem ich jetzt 2 Wochen in dem zensurtechnisch fortschrittlichsten Land der Welt (China) verbracht habe, ist mir klar geworden, dass es dringend Zeit wird, einen von mir seit langem geplanten Post endlich zu schreiben und hoffentlich auch zu veröffentlichen. Wie immer bin ich nicht ganz aktuell mit dem Thema, denn eigentlich liegt der Gesetzbeschluss über den ich heute schreiben will, schon einige Wochen zurück.
Ich habe, mal ganz nebenbei, meine Gründe dafür, dass ich eigentlich nie aktuell poste: Es ist mir wichtig, nicht überhastet und aktionistisch irgendwas zu schreiben. Stattdessen versuche ich mir vor jedem Post eine grundierte Meinung anzueignen, die ich auch vor dem Posten immer nochmal prüfe und gründlich überdenke. Aber jetzt zurück zum Thema.
Das Gesetz von dem ich spreche ist, vielleicht habt ihr euch das ja schon gedacht, das „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen“, also hauptsächlich im Internet. Dieses Gesetz sieht vor, dass wenn in Zukunft jemand eine Seite anklicken will, die kinderpornographisches Material enthält, dieser Zugriff durch ein überdimensionales Stop(p)schild versperrt wird. Im Grunde genommen ist diese Seite also zensiert. Prinzipiell klingt das nicht schlecht, schließlich gehts hier ja um Kinderpornos! Ein zugegeben geschickter Schachzug, denn so wird es wesentlich schwerer öffentlich etwas dagegen zu sagen. Niemand geht für Kinderpornographie auf die Straße und jedem der gegen Zensur und damit für die Freiheitsrechte demonstrieren will, kann man ganz pauschal Pädophilie vorwerfen.
Jetzt kann man natürlich über den Grundsatz „Der Zweck heiligt die Mittel“ diskutieren. Meiner Meinung nach ist er nicht oder zumindest in den wenigsten Fällen vertretbar. Ich hätte es z.B. nicht sehr angebracht gefunden, wenn die Amerikaner Deutschland im 2. Weltkrieg atomar verbombt hätten, obwohl es durchaus die richtige Entscheidung war Hitler zu stürzen. Genauso ist es auch mit diesem Gesetz. Prinzipiell ist es natürlich richtig gegen die Misshandlung von Kindern vorzugehen, aber das sollte nicht durch Zensur des Internets geschehen. Und selbst wenn man der Meinung ist, dass in diesem Fall der Zweck die Mittel heiligt, liefert dieser konkrete Fall noch einige weitere Gründe, warum die Methoden der Bundesregierung hier nicht vertretbar sind.
Einer davon wäre z.B., dass die ausschließliche Zensur dieser Seiten nicht dafür sorgt, dass weniger Kinder misshandelt werden. Einen Pädophilen stört es nicht wesentlich, wenn er seine Taten nicht mehr uneingeschränkt über das Netz verbreiten kann, er wird trotzdem weiterhin Kinder vergewaltigen. Deshalb sollte man eher gegen ihn, gegen den Drahtzieher, den Aktiven vorgehen, anstatt die kleinen, passiven Fische zu fangen. Diese sind zwar auch schuldig, man kann sie aber auf Grund ihrer Quantität nicht dauerhaft unter Kontrolle halten.
Ein weiteres Problem ist, dass Verbote oft nur dafür sorgen, dass eben das Verbotene einen neuen Reiz bekommt. So könnte sich die Zahl der Täter sogar noch vergrößern. Die Bundesregierung behauptet zwar, dass es aus den Ländern die diese Internetsperre schon eingeführt haben, eindeutige positive Ergebnisse gäbe, allerdings gibt es genauso viele Studien, die das Gegenteil behaupten. Außerdem können sich Pädophile, wenn sie auf Websites kein Verbreitungsmedium mehr finden, ganz einfach eine andere Ebene suchen, auf der sie ihren perversen Phantasien frönen können.
Notfalls verschicken sie die Pornos halt per Email oder per normaler Post. Und was dann?
Wird dann die Bundesregierung in Zukunft Emails und Briefe kontrollieren? Im Sinne der Kinderpornographie-Bekämpfung? Die sich hier aufdrängende Frage lautet doch: Wo liegen da die Grenzen? Was darf denn alles zensiert werden? Websites? Blogs? Emails? SMS? Briefe? Bücher? Das ist das entscheidende Problem des „War on child pornography“, den Ursula von der Leyen ausgerufen hat, denn die Grenzen hierfür sind sehr locker gesteckt.
Die Zensur könnte sich auf alles ausweiten und zwar nicht nur auf alle Medien, sondern eventuell auch auf andere Themengebiete. Mit Kinderpornographie fängt es an, aber damit ist nur der Grundstein gelegt für viele Weitere, die Opfer der Zensur werden könnten. Die Sprache ist schon jetzt von Erweiterungen der Zensur, z.B. vom Sperren rechtsradikaler Seiten usw.. Nicht, dass ich diese verteidigen will, aber das entscheidende ist, dass sich die Zensur ausweitet. Ohne Grenzen. Wer garantiert mir, dass nicht in ein paar Jahrzenten alle politisch kritischen Seiten ebenso zensiert sind? Niemand, außer die Tatsache, dass Deutschland ein „Rechtsstaat“ ist. Aber jetzt kommt der Knaller. Dieser Rechtsstaat wird ganz einfach ausgehebelt: Die Seiten, die gesperrt werden, sind nicht gerichtlich verurteilt. Somit befindet sich ihre Sperre außerhalb des deutschen Rechtssystems. Die Notwendigkeit einer Verurteilung wird ganz einfach umgangen, indem das BKA selbst entscheidet, welche Seiten kinderpornographischen Inhalt haben und diese dann auch eigenhändig sperrt.
(Hier ein kurzer Einschub aus dem Politikunterricht 7. Klasse: Gewaltenteilung. Die Gewalten Judikative, Exekutive und Legislative müssen getrennt sein.)
In diesem Fall übernimmt das BKA aber sowohl die Judikative als auch die Exekutive, ist somit also Richter und Henker in einer Person! Dies ist eigentlich nicht vereinbar mit dem Grundgesetz.
Somit kann das BKA einfach Seiten sperren ohne sich gerichtlich dafür verantworten zu müssen. Sie könnten also einfach diesen Blog hier sperren und dann behaupten, ich hätte versucht über ihn kinderpornographisches Material zu verbreiten. Das Beste daran ist, dass ich, nachdem mein Blog gesperrt ist, ja auch nichtmehr meine Unschuld beweisen kann. Denn sobald das Bundeskriminalamt darauf zugegriffen hat, können sie ihn auch so verändern, wie es ihnen als praktisch erscheint. Dieser Zugriff darf deshalb erst nach einer Gerichtsverhandlung erfolgen. Andererseits wird dem Staat hier einfach zuviel Macht gegeben, indem man ihm die Möglichkeit gibt, per Zensur über das einfache Volk zu verfügen, wie er will.
Vergleichbar damit wäre es, einem Fremden eine Pistole in die Hand zu drücken, ihn aber darauf hinzuweisen bitte nur auf die Bösen zu schießen. Wer garantiert mir, dass er nicht auf mich schießt und was soll ich machen, wenn er es doch tut?
Sobald er die Pistole hat, kann er mich unterdrücken und genauso kann mich der Staat unterdrücken, wenn ich ihm die Zensur erlaube. Zwar kann es auch sein, dass der Fremde nicht auf mich schießt und es kann auch sein, dass der Staat nicht für politische Zwecke Seiten sperrt, aber trotzdem schlafe ich besser, wenn die Pistole unter meinem Kopfkissen liegt.
Ich habe, mal ganz nebenbei, meine Gründe dafür, dass ich eigentlich nie aktuell poste: Es ist mir wichtig, nicht überhastet und aktionistisch irgendwas zu schreiben. Stattdessen versuche ich mir vor jedem Post eine grundierte Meinung anzueignen, die ich auch vor dem Posten immer nochmal prüfe und gründlich überdenke. Aber jetzt zurück zum Thema.
Das Gesetz von dem ich spreche ist, vielleicht habt ihr euch das ja schon gedacht, das „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen“, also hauptsächlich im Internet. Dieses Gesetz sieht vor, dass wenn in Zukunft jemand eine Seite anklicken will, die kinderpornographisches Material enthält, dieser Zugriff durch ein überdimensionales Stop(p)schild versperrt wird. Im Grunde genommen ist diese Seite also zensiert. Prinzipiell klingt das nicht schlecht, schließlich gehts hier ja um Kinderpornos! Ein zugegeben geschickter Schachzug, denn so wird es wesentlich schwerer öffentlich etwas dagegen zu sagen. Niemand geht für Kinderpornographie auf die Straße und jedem der gegen Zensur und damit für die Freiheitsrechte demonstrieren will, kann man ganz pauschal Pädophilie vorwerfen.
Jetzt kann man natürlich über den Grundsatz „Der Zweck heiligt die Mittel“ diskutieren. Meiner Meinung nach ist er nicht oder zumindest in den wenigsten Fällen vertretbar. Ich hätte es z.B. nicht sehr angebracht gefunden, wenn die Amerikaner Deutschland im 2. Weltkrieg atomar verbombt hätten, obwohl es durchaus die richtige Entscheidung war Hitler zu stürzen. Genauso ist es auch mit diesem Gesetz. Prinzipiell ist es natürlich richtig gegen die Misshandlung von Kindern vorzugehen, aber das sollte nicht durch Zensur des Internets geschehen. Und selbst wenn man der Meinung ist, dass in diesem Fall der Zweck die Mittel heiligt, liefert dieser konkrete Fall noch einige weitere Gründe, warum die Methoden der Bundesregierung hier nicht vertretbar sind.
Einer davon wäre z.B., dass die ausschließliche Zensur dieser Seiten nicht dafür sorgt, dass weniger Kinder misshandelt werden. Einen Pädophilen stört es nicht wesentlich, wenn er seine Taten nicht mehr uneingeschränkt über das Netz verbreiten kann, er wird trotzdem weiterhin Kinder vergewaltigen. Deshalb sollte man eher gegen ihn, gegen den Drahtzieher, den Aktiven vorgehen, anstatt die kleinen, passiven Fische zu fangen. Diese sind zwar auch schuldig, man kann sie aber auf Grund ihrer Quantität nicht dauerhaft unter Kontrolle halten.
Ein weiteres Problem ist, dass Verbote oft nur dafür sorgen, dass eben das Verbotene einen neuen Reiz bekommt. So könnte sich die Zahl der Täter sogar noch vergrößern. Die Bundesregierung behauptet zwar, dass es aus den Ländern die diese Internetsperre schon eingeführt haben, eindeutige positive Ergebnisse gäbe, allerdings gibt es genauso viele Studien, die das Gegenteil behaupten. Außerdem können sich Pädophile, wenn sie auf Websites kein Verbreitungsmedium mehr finden, ganz einfach eine andere Ebene suchen, auf der sie ihren perversen Phantasien frönen können.
Notfalls verschicken sie die Pornos halt per Email oder per normaler Post. Und was dann?
Wird dann die Bundesregierung in Zukunft Emails und Briefe kontrollieren? Im Sinne der Kinderpornographie-Bekämpfung? Die sich hier aufdrängende Frage lautet doch: Wo liegen da die Grenzen? Was darf denn alles zensiert werden? Websites? Blogs? Emails? SMS? Briefe? Bücher? Das ist das entscheidende Problem des „War on child pornography“, den Ursula von der Leyen ausgerufen hat, denn die Grenzen hierfür sind sehr locker gesteckt.
Die Zensur könnte sich auf alles ausweiten und zwar nicht nur auf alle Medien, sondern eventuell auch auf andere Themengebiete. Mit Kinderpornographie fängt es an, aber damit ist nur der Grundstein gelegt für viele Weitere, die Opfer der Zensur werden könnten. Die Sprache ist schon jetzt von Erweiterungen der Zensur, z.B. vom Sperren rechtsradikaler Seiten usw.. Nicht, dass ich diese verteidigen will, aber das entscheidende ist, dass sich die Zensur ausweitet. Ohne Grenzen. Wer garantiert mir, dass nicht in ein paar Jahrzenten alle politisch kritischen Seiten ebenso zensiert sind? Niemand, außer die Tatsache, dass Deutschland ein „Rechtsstaat“ ist. Aber jetzt kommt der Knaller. Dieser Rechtsstaat wird ganz einfach ausgehebelt: Die Seiten, die gesperrt werden, sind nicht gerichtlich verurteilt. Somit befindet sich ihre Sperre außerhalb des deutschen Rechtssystems. Die Notwendigkeit einer Verurteilung wird ganz einfach umgangen, indem das BKA selbst entscheidet, welche Seiten kinderpornographischen Inhalt haben und diese dann auch eigenhändig sperrt.
(Hier ein kurzer Einschub aus dem Politikunterricht 7. Klasse: Gewaltenteilung. Die Gewalten Judikative, Exekutive und Legislative müssen getrennt sein.)
In diesem Fall übernimmt das BKA aber sowohl die Judikative als auch die Exekutive, ist somit also Richter und Henker in einer Person! Dies ist eigentlich nicht vereinbar mit dem Grundgesetz.
Somit kann das BKA einfach Seiten sperren ohne sich gerichtlich dafür verantworten zu müssen. Sie könnten also einfach diesen Blog hier sperren und dann behaupten, ich hätte versucht über ihn kinderpornographisches Material zu verbreiten. Das Beste daran ist, dass ich, nachdem mein Blog gesperrt ist, ja auch nichtmehr meine Unschuld beweisen kann. Denn sobald das Bundeskriminalamt darauf zugegriffen hat, können sie ihn auch so verändern, wie es ihnen als praktisch erscheint. Dieser Zugriff darf deshalb erst nach einer Gerichtsverhandlung erfolgen. Andererseits wird dem Staat hier einfach zuviel Macht gegeben, indem man ihm die Möglichkeit gibt, per Zensur über das einfache Volk zu verfügen, wie er will.
Vergleichbar damit wäre es, einem Fremden eine Pistole in die Hand zu drücken, ihn aber darauf hinzuweisen bitte nur auf die Bösen zu schießen. Wer garantiert mir, dass er nicht auf mich schießt und was soll ich machen, wenn er es doch tut?
Sobald er die Pistole hat, kann er mich unterdrücken und genauso kann mich der Staat unterdrücken, wenn ich ihm die Zensur erlaube. Zwar kann es auch sein, dass der Fremde nicht auf mich schießt und es kann auch sein, dass der Staat nicht für politische Zwecke Seiten sperrt, aber trotzdem schlafe ich besser, wenn die Pistole unter meinem Kopfkissen liegt.
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